Abtreibungsverbot: Iren stimmen für Abtreibung! So ist die Regelung in Deutschland

Bislang galt im katholisch geprägten Irland eines der strengsten Abtreibungsverbote in der EU. Nun sieht es so aus, als wäre der Weg frei für eine teilweise Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Doch wie ist die Regelung in Deutschland?

In Deutschland ist Abtreibung unter bestimmten Umständen legal. Bild: Fotolia / unlimit3d

Beim Abtreibungsreferendum in Irland zeichnet sich eine große Mehrheit für eine Lockerung des strikten Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen ab. Einer Prognose im Auftrag der "Irish Times" zufolge stimmten am Freitag rund 68 Prozent der Wähler für die Streichung eines Verfassungsartikels, der Schwangerschaftsabbrüche faktisch unmöglich gemacht hatte. Eine zweite Nachwahlbefragung im Auftrag des irischen Senders RTE kam sogar auf 69,4 Prozent Ja-Stimmen.

Prognosen: Irland stimmt für Lockerung des Abtreibungsverbots

Beiden Prognosen zufolge stimmten vor allem junge Wähler und Frauen mit überwältigender Mehrheit für die Lockerung des Abtreibungsverbots. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Zustimmung zu der Verfassungsänderung demnach sogar bei rund 87 Prozent. Die Wahlbeteiligung war Berichten zufolge außergewöhnlich hoch. Rund 3,2 Millionen Iren waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Ministerpräsident Leo Varadkar, der für eine Zustimmung der Wähler zu der Verfassungsänderung geworben hatte, schrieb nach Bekanntwerden der Prognosen auf Twitter: "Es sieht so aus, als würden wir morgen Geschichte schreiben."

Legalisierung von Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche geplant

Sollte das Ergebnis der Prognosen bestätigt werden, kann das Parlament neue Regeln für Schwangerschaftsabbrüche festlegen. Geplant ist eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.

Im katholisch geprägten Irland galt bisher eines der strengsten Abtreibungsverbote der Europäischen Union. Wer dagegen verstieß, konnte mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Selbst nach einer Vergewaltigung war ein Schwangerschaftsabbruch untersagt. Tausende irischer Frauen reisten jährlich nach Großbritannien und in andere Länder, um Abtreibungen vornehmen zu lassen.

Irinnen ließen in anderen Ländern Abtreibungen vornehmen

Mehr als 168.700 Schwangere ließen von 1980 bis 2016 den Eingriff in Großbritannien vornehmen. Das geht aus britischen Statistiken hervor, für die die Heimatadressen der behandelten Frauen ausgewertet wurden. Auch in anderen Ländern - etwa in den Niederlanden - lassen Irinnen abtreiben. Jedoch sind die Zahlen niedriger.

Grundlage für das strikte Verbot war ein Verfassungszusatz von 1983. Demnach waren ungeborene Kinder genauso in ihrem Recht auf Leben geschützt wie ihre Mütter. Dieser Artikel soll nun wegfallen.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hatte das Abtreibungsverbot 2016 als Verstoß gegen internationale Menschenrechtsvereinbarungen kritisiert und die irische Regierung aufgefordert, es zu überarbeiten.

Vor dem Referendum hatte es eine erbitterte Debatte gegeben. Die katholische Kirche stellte sich zwar gegen die Legalisierung von Abtreibungen, hielt sich aber weitgehend zurück. In nur drei Monaten reist Papst Franziskus nach Irland. In der Hauptstadt Dublin wird er am 25. und 26. August am Weltfamilientreffen teilnehmen.

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Ist Abtreibung in Deutschland verboten oder erlaubt?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland unter bestimmten Bedingungen nicht strafbar. Eine Frau kann innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen - in Ausnahmefällen auch bis zur 22. Woche - abtreiben lassen, wenn sie sich beraten lassen hat und dem Arzt einen Beratungsschein vorlegt. Die Abtreibung bleibt in dieser Zeit auch straflos, wenn die Schwangerschaft auf einem Sexualdelikt beruht. Nicht rechtswidrig hingegen ist eine Abtreibung während der gesamten Schwangerschaft, wenn der Frau eine schwerwiegende körperliche oder seelische Beeinträchtigung droht.

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