Datenschutz-Grundverordnung 2018: Mehr Datenschutz! Das bringen Ihnen die neuen DSGVO-Regeln

Am 25. Mai 2018 wird die vor zwei Jahren in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung rechtlich bindend. Doch was bringen Ihnen die verschärften Datenschutzregeln ganz konkret?

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verspricht einen ganz besonderen Schutz Ihrer persönlichen Daten. (Symbolbild) Bild: Patrick Pleul / dpa

Vermutlich wurden Sie bereits von Firmen angeschrieben, ob Sie beispielsweise einen bestimmten Newsletter weiter beziehen möchten oder nicht. Der Grund dafür ist die ab dem 25. Mai 2018 rechtlich bindende, europaweit geltende Datenschutzgrundverordnung, die Ihre Rechte rund um Ihre Daten stärken soll. Die wesentlichsten Punkte für Sie sind...

#1: Laut DSGVO bestimmen Sie als Nutzer, wer Ihre Daten verwenden darf

Jedes Unternehmen muss ab sofort und explizit Ihre Einwilligung einholen, dass es Ihre Daten verwenden darf.

#2: Neue Datenschutz-Grundverordnung - Sie haben das Recht auf Auskunft

Sie dürfen als Kunde oder Nutzer von Online-Anbietern erfragen, welche Informationen die jeweiligen Unternehmen von Ihnen gespeichert haben, wofür Sie die Daten benötigen, wer sie einsehen kann und wie lange sie gespeichert werden. Die Unternehmen sind ab sofort verpflichtet, all diese Auskünfte zu erteilen.

#3: Sie müssen weniger Daten rausgeben dank der EU-Neuerungen

Unternehmen dürfen fortan nur noch jene Daten von Ihnen abfragen, die für den betreffenden Zweck tatsächlich erforderlich sind. Nicht relevante Informationen müssen Firmen entweder aus ihren Datensätzen löschen oder Sie um Ihr Einverständnis für die Speicherung bitten.

#4: Sie und Ihre sensiblen Daten werden besonders geschützt

Besonders sensible Daten, etwa zu Ihrer Gesundheit, Ihrer politischen Meinung oder Ihrer Sexualität werden von der DSGVO besonders geschützt und bedürfen bei ihrer Erhebung Ihrer gesonderten Einwilligung.

#5: Sie haben das Recht auf Widerspruch laut DSGVO

Einmal einen falschen Haken gesetzt und schon gehören Werbemails mit personalisierter Direktwerbung zum Dauergast in Ihrem E-Mail-Postfach. Ab dem 25. Mai 2018 können Sie jederzeit Widerspruch gegen die Nutzung Ihrer Daten für Direktwerbung einlegen.

#6: Sie haben das "Recht auf Vergessenwerden"

Sie haben schon ewig nichts mehr bei einem Online-Shop bestellt, werden aber dennoch von den Newslettern oder den Werbemails, die direkt auf sie abgestimmt worden, genervt? Sie können ab sofort mit einem einfachen Schreiben nicht nur den Versand dieser Werbemittel an Ihre Adresse unterbinden, sondern auch veranlassen, dass das Unternehmen alle über Sie gespeicherten Daten löschen muss – solange keine rechtlichen Gründe dagegen sprechen.

Auch Jugendsünden wie peinliche Fotos können Sie dank des "Rechtes auf Vergessen" so leicht loswerden wie nie zuvor. Zudem sind Unternehmen verpflichtet, von Ihnen eingeforderte Korrekturen (etwa bei offenkundigen Schreibfehlern) sofort umzusetzen.

#7: Sie sind der Herr Ihrer Daten

Sie haben genug von einem Anbieter (Bank, Strom, Streaming-Dienst,...) und wollen ihn wechseln? Nehmen Sie ab sofort all Ihre Daten mit! Ein soziales Netzwerk beispielsweise muss Ihnen eine Kopie all Ihrer Einträge zur Verfügung stellen, solange diese keine Rechte Dritter (etwa befreundeter Profile) berühren. Facebook, Linkedin, Twitter, Google, Tinder und Snapchat bieten bereits entsprechende Funktionen auf ihrer Plattform an. Amazon verlangt zumindest eine E-Mail mit einer entsprechenden Anfrage.

#8: Sie haben das Recht auf eine schnelle Bearbeitung und klare Aussagen

Reagieren von Ihnen in Sachen Datenschutz angeschriebenen Unternehmen nicht innerhalb eines Monats, haben Sie das Recht sich bei der Behörde für Datenschutz über das Unternehmen zu beschweren. Auch die Verbraucherzentralen sind ein guter erster Anlaufpunkt bei Datenschutz-Problemen. Zudem sind die Unternehmen verpflichtet, in verständlicher, klarer Sprache darzulegen, was mit Ihren Daten passiert.

#9: Sie müssen keine spezielle Form wahren

Weder müssen Sie umständliche Formulare ausfüllen noch einen langen Beamten-Hürdenlauf hinlegen, um Ihre Interessen in Sachen Datenschutz durchzusetzen. Eine kurze, formlose Mail oder ein simpler Brief an das jeweilige Unternehmen reichen vollkommen aus.

#10: Sie sind Mitglied in einem Verein? Auch der unterliegt der DSGVO

Wollen Sie Mitglied in einem Verein werden, muss dieser zur Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten Ihr Einverständnis einholen. Auch dürfen Fotos von Vereins-Veranstaltungen oder Wettkämpfen, auf denen Sie zu erkennen sind, nicht mehr ohne Ihr Einverständnis veröffentlicht werden.

#11: Sie fotografieren gern? Das gilt es zu beachten

Viel wurde spekuliert, wie stark die DSGVO in das weite Feld der Fotografie eingreifen würde. Hier gilt das Kunsturhebergesetz, das nur dann ein explizites Einverständnis der fotografierten Person verlangt, wenn das Foto zum Beispiel in der Presse veröffentlicht werden soll. Ein Selfie auf einem Event und die Veröffentlichung im eigenen Facebook-Kanal sollte also kein Problem darstellen. Dafür wird es nun umso leichter, etwa in den Sozialen Medien, Fotos löschen zu lassen, auf denen Sie zu erkennen ist.

#12: Sie sind Arbeitnehmer? Das ändert sich für Sie

Auch spannend:Das müssen Website-Betreiber zur DSGVO wissen.

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pap/kad/news.de

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