Nordkoreakrise: Trump droht Kim Jong Un mit Entmachtung

Kurz vor dem Treffen zwischen den USA und Nordkorea schießt US-Präsident Trump scharf gegen Kim Jong Un: Sollte das Land nicht kooperieren, drohe dem nordkoreanischen Staatschef die Entmachtung. Kippen die Gespräche?

Donald Trump drohte Kim Jong Un indirekt mit Entmachtung, falls dieser nicht zu einem Deal bereit sei. Bild: Evan Vucci/dpa

Bei dem am 12. Juni geplanten Treffen zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump soll es endlich zu einer Lösung des langjährigen Konflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm kommen. Falls die Gespräche erfolgreich verlaufen sollten, verspricht Trump Nordkorea umfangreiche Sicherheiten. Falls nicht, droht Kim Jong Un womöglich die Entmachtung durch die USA.

Donald Trump droht Kim Jong Un mit Entmachtung

"Wenn wir keinen Deal erreichen, dann wäre das das Modell", sagte Trump mit Blick auf die schrittweise Entmachtung von Libyens früherem Machthaber Muammar al-Gaddafi, der später von Rebellen getötet wurde. Gaddafi hatte sich 2003 auf den Verzicht auf Chemiewaffen eingelassen. Acht Jahre danach, 2011, griff eine westliche Allianz das Land an und löste so die Entmachtung Gaddafis aus.

USA hoffen weiter auf Abkommen mit Nordkorea

Deswegen sei es sinnvoll, wenn Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sich auf ein Abkommen mit den USAeinlasse. "Das Libyen-Modell war ein ganz anderer Deal", sagte Trump am Donnerstag zu Beginn eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg inWashington. "Wir haben Libyen vernichtend geschlagen", sagt Trump. Dennoch hoffe er auf ein prosperierendes Nordkorea.

Trump verspricht Nordkorea "sehr starke Sicherheiten"

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea im Falle eines erfolgreichen Atomabkommens umfangreiche Sicherheiten in Aussicht gestellt. Wenn Nordkorea ein Abkommen unterzeichne, werde Kim Jong Un "sehr starke Sicherheiten" bekommen, sagte Trump am Donnerstag in Washington. Die USA verlangen dafür von Nordkorea den völligen und nachhaltigen Verzicht auf Atomwaffen.

Platzt das Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un?

Nordkorea hatte zuletzt damit gedroht, den für 12. Juni in Singapur geplanten Gipfel zwischen Trump und Kim Jong Un platzen zu lassen. Pjöngjang führte gemeinsame Manöver der Amerikaner mit Südkorea als Grund an. Auch die Aussage des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, John Bolton, das libysche Modell sei eine Möglichkeit für die Nordkorea-Politik, hatte in Nordkorea Unmut ausgelöst. Geplante Gespräche mit Südkorea an der gemeinsamen Grenze wurden abgesagt.

Südkorea will ungeachtet dessen weiter mit dem Nachbarn über dessen Gipfeltreffen mit den USA im Juni beraten. Auch in den USA gingen die Vorbereitungen weiter. "Sie reden in diesem Moment mit unseren Leuten", sagte Trump am Donnerstag.

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jat/news.de/dpa

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