Erfundene Kinder: Millionenschaden! Kindergeldbanden zocken deutschen Sozialstaat ab

Mit "erfundenen" Kindern betrügen organisierte Banden den deutschen Sozialstaat jährlich um Millionen von Euro. Das Geld fließt oft ins Ausland. Kann das Schlupfloch geschlossen werden?

Mit gefälschten Papieren betrügen organisierte Banden den deutschen Sozialstaat um Millionen (Symbolbild). Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Im großen Stil betrügen organisierte Banden den deutschen Sozialstaat jährlich um Millionenbeträge. Laut Medienberichten würden dabei Kindergeldanträge für teilweise "erfundene" Kinder gestellt. Die Politik will handeln.

Kindergeldbetrüger zocken Sozialstaat mit "erfundenen" Kindern ab

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, würden die Betrüger beispielsweise Geburtsurkunden und Schulbescheinigungen fälschen und damit Anspruch auf Kindergeld erheben. Die nötigen Dokumente besorgen sie sich dafür oft bei Familien im Ausland, denen sie ein besseres Leben versprechen. Während viele der Kinder schlichtweg "erfunden" seien, würden andere gar nicht in Deutschland wohnen. Das Geld ginge dann jedoch nicht an die Familien, sondern verschwindet in den Kanälen der Betrüger.

Sozialbetrug in Deutschland auf dem Vormarsch

Wie Karsten Bunk, bundesweiter Leiter der für das Kindergeld zuständigen Familienkasse, gegenüber der "Welt am Sonntag" berichtet, hätten die Behörden in den vergangenen Jahren einen Anstieg derartiger Betrugsversuche registriert. Jährlich würden den öffentlichen Haushalten dadurch Schäden im dreistelligen Millionenbereich entstehen.

Das Bundesfinanzministerium hofft, dem Problem mit einem besseren Datenabgleich Herr zu werden. Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding forderte eine Bündelung aller staatlichen Leistungen und eine Auszahlung als sogenanntes "Bürgergeld", um Missbrauch zu verhindern.

Lesen Sie auch: Kinder im Ausland – SO viel Kindergeld zahlt Deutschland.

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jat/news.de

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