Grundsteuer-Reform 2018: Modelle, Kosten, Berechnung: SO teuer wird es jetzt für Sie

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat entschieden: Die Grundsteuer-Reform 2018 kommt. Noch weiß niemand, wie sie künftig aussehen wird. Eine Unannehmlichkeit für Grundstückseigentümer bahnt sich aber schon an.

Die Neuregelung der Grundsteuer könnte für Grundbesitzer mit bürokratischem Aufwand verbunden sein. Bild: Arno Burgi / picture alliance / dpa

Die Länder sind sich uneins, wie die vom Bundesverfassungsgericht vorgeschriebene Neuregelung der Grundsteuer aussehen soll. Das zeichnet sich vor der Spitzenrunde der Finanzminister von Bund und Ländern an diesem Mittwoch in Berlin ab.

Reform der Grundsteuer 2018: Wird künftig nach Grundstücksgröße abgerechnet?

Bayern will für eine Neuberechnung nach Grundstücksgröße werben. "Es wäre wünschenswert, wenn auch die anderen Bundesländer den bayerischen Weg mitgehen würden", sagte Finanzminister Albert Füracker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Grundsteuer wird reformiert - diese Modelle stehen zur Berechnung zur Debatte

Dagegen sagte Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (CDU) der dpa, er persönlich favorisiere das sogenannte Kostenwertmodell. Dabei würden neben dem Bodenwert auch Baujahr und Baukosten berücksichtigt. Zudem könnten die Gemeinden mit Hebesätzen die Höhe der Abgabe steuern.

Neuregelung der Grundsteuer wird in Berlin diskutiert

Die Finanzminister von Bund und Ländern treffen sich an diesem Mittwoch in Berlin und beraten über die Neuregelung der Grundsteuer, die nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom April nötig wird. Die Karlsruher Richter hatten das derzeitige Steuermodell für verfassungswidrig erklärt. Bis Ende kommenden Jahres muss ein neues Gesetz verabschiedet sein. Erklärter politischer Wille ist, dass das Steueraufkommen insgesamt weder steigen noch sinken soll.

Wer bezahlt mehr, wer weniger? Das besagt die Grundsteuer-Reform 2018

"Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass einige Gruppen oder Personen mehr bezahlen müssen - andere auch weniger", sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen aber sehen, dass wir die Unterschiede zum heutigen Stand gering halten." Niedersachsens Landesregierung habe sich noch nicht auf ein Modell für die Neuregelung festgelegt.

Modelle zur Berechnung der Grundsteuer - Darum geht's in der Reform 2018

Mit einem Ertrag von jährlich rund 14 Milliarden Euro ist die Grundsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen von Städten undGemeinden. In der Diskussion für die Neuregelung sind im wesentlichen drei Modelle. Im Bodenwertmodell wird in erster Linie der Wert eines Grundstücks für die Höhe der fälligen Steuer zugrunde gelegt. Im Kostenwertmodell fließen auch Bau- oder Sanierungskosten für die Häuser auf dem Grundstück mit ein. Dieses Modell hatte 2016 eine Mehrheit der Länder vorgelegt. Beim flächenbezogenen Äquivalenzmodell wäre vor allem die reine Fläche von Grundstücken und Gebäuden Grundlage für die Steuerhöhe, weniger der Wert der Fläche und Immobilien.

So reagieren die Finanzminister auf die Grundsteuer-Reform 2018

"Wir wollen eine einfache und faire Grundsteuer, ermittelt nach Grundstücksgröße und Wohn- beziehungsweise Nutzfläche des auf dem Grundstück befindlichen Gebäudes", erläuterte Bayerns Finanzminister Füracker. Diese Größen seien unstrittig und bewahrten die Bürger in Zeiten steigender Immobilienpreise vor einer Steuererhöhung durch die Hintertür.

Sachsen-Anhalts Finanzminister Schröder sagte: "Wir wollen keine neuen Modelle auf den Markt tragen, sondern die bestehenden abklopfen." Vom Treffen an diesem Mittwoch erwarte er sich eine Verständigung auf den weiteren Zeitplan. Dies erhofft sich auch Thüringens Finanzministerin Heike Taubert. "Zunächst muss der Bund deutlich machen, was er will", betonte die SPD-Politikerin. Sie plädiert für einen "Gerechtigkeitsfaktor" bei der Neuregelung. Dabei sollten Wert und Lage von Grundstücken eine Rolle spielen. "Es sollte mehr bezahlt werden für ein Grundstück beispielsweise am Bodensee als in den vielen ländlichen Regionen Deutschlands", sagte Taubert der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

  • Seite:
  • 1
  • 2
Empfehlungen für den news.de-Leser