EU-Haushaltsplan: 12 Milliarden Mehrbelastung! Steigen jetzt die Lebensmittelpreise?

Die Europäische Union arbeitet aktuell an einem neuen Finanzplan für die kommenden Jahre. Das könnte auch für die Bürger in Deutschland Konsequenzen haben. Steigen jetzt die Lebensmittelpreise?

Durch den neuen EU-Finanzplan könnten die Preise für Lebensmittel steigen. Bild: Jens Büttner/dpa

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger fordert von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Kompromissbereitschaft bei den Verhandlungen über den künftigen EU-Haushalt. Er erwarte von allen Ländern Flexibilität, sagte Oettinger am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

EU-Kommission berät über neuen Finanzplan

Die EU könne bei dem Thema ihren Zusammenhalt unter Beweis stellen. Oettinger will an diesem Mittwochmittag für die EU-Kommission einen ersten Vorschlag zur EU-Finanzplanung für den Zeitraum 2021 bis Ende 2027 vorstellen.

Oettinger: Deutschland wird Milliarden mehr in EU-Haushalt einzahlen

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger rechnet damit, dass Deutschland künftig zusätzliche Beiträge von elf bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr zum europäischen Gemeinschaftshaushalt leisten muss. 3,5 bis 4 Milliarden Euro davon seien notwendig, um die zu erwartende Brexit-Lücke im Budget zu schließen und neue Aufgaben wie den Außengrenzschutz zu finanzieren, sagte Oettinger am Mittwoch der ARD in Brüssel. Der Rest werde fällig, weil die Inflation ausgeglichen werden müsse.

Ausgaben in der EU sollen steigen

Der deutsche Kommissar verteidigte das Vorhaben, die Ausgaben insgesamt steigen zu lassen, obwohl sich die EU mit einem Austritt Großbritanniens verkleinert. Sieben Jahre bedeuteten zwölf Prozent Inflation, im Vergleich zur Periode bis 2020 seien zudem Gehälter und Baukosten gestiegen. Insgesamt sehe er eine Balance gewahrt zwischen denen, die mehr einzahlen sollen und anderen Ländern.

EU-Haushaltskommissar Oettinger: Lebensmittelpreise könnten steigen

Die geplanten Kürzungen im Agrarbereich nannte Oettinger moderat. Er räumte aber ein, dass dadurch die Preise für Lebensmittel steigen könnten, weil die Landwirte ihrerseits die Preise erhöhen. "Genauso ist das Leben", betonte der EU-Kommissar. Was der Markt verlange, müsse dann auch gezahlt werden.

Erfahren Sie mehr: Das kostet die EU-Mitgliedschaft die Bürger wirklich.

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jat/news.de/dpa

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