Anschlag auf Asylunterkunft in München: Warum verschweigt die Polizei DIESEN Anschlag?

Im Juni 2017 beschädigen Täter eine geplante Asylunterkunft in München. Entstandener Schaden: 3 Mio. Euro. Doch weder taucht der Vorfall im Bericht auf, noch bittet die Polizei um Mithilfe. Und der Anschlag ist kein Einzelfall.

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, und ein Polizist. Bild: dpa

Im Juni 2017 haben unbekannte Täter in Bayern eine im Bau befindliche Unterkunft für Flüchtlinge überschwemmt und einen Millionenschaden verursacht. Die Bevölkerung hat davon aber nichts mitbekommen. Das berichtet "Sueddeutsche.de".

Der Anschlag wurde erst bekannt, als die Polizei jetzt im April die offiziellen Kriminalitätszahlen vorstellte. Mitte Juni 2017 hatten die Täter in der Münchener Fasanerie-Nord die Räume der geplanten Unterkunft unter Wasser gesetzt, der Schaden beträgt rund drei Millionen Euro. Die Münchener Polizei vermerkte das aber weder im Polizeibericht noch sucht sie öffentlich nach Zeugen. Warum, bleibt unklar.

Sicherheitsreport der Münchener Polizei zeigt unterschiedliche Fallzahlen

Es scheint auch kein Einzelfall zu sein: Die Münchner Landtagsabgeordneten Katharina Schulze (Grüne) stellte im März eine Anfrage an die Staatsregierung bezüglich Straftaten gegen Asylbewerber. Ergebnis: Von den in der Antwort genannten acht Attacken gegen Unterkünfte, Asylbewerber oder Flüchtlingshelfer tauchte keine einzige in den Polizeiberichten auf.

Erst jetzt bei der Vorstellung des Sicherheitsreports werden laut "Sueddeutsche.de" erstmals Details des Wasser-Anschlags auf die Unterkunft öffentlich - rund zehn Monate nach der Tat. Die Unterkunft steht bis heute leer - auch wegen zu hoher Formaldehydwerte.

Rund 30 rechtsradikale Attacken auf Flüchtlinge in München

Auch in einem anderen Punkt gibt es unterschiedliche Auffassungen: Laut offiziellem Sicherheitsreport der Polizei ist der Anschlag im Juni 2017 das einzige politisch motivierte Delikt im Zusammenhang mit Asylbewerberunterkünften gewesen. Aber die eigene Statistik der Münchner Polizei sowie weitere parlamentarische Quellen zeigen: Es hat rund 30 rechtsradikale Attacken auf Flüchtlinge in München gegeben, darunter sechs Körperverletzungen.

Auch die Zahl rechter Straftaten in München steigt. Das Polizeipräsidium hat im vergangenen Jahr in Stadt und Landkreis 459 Delikte registriert, das entspricht einer Zunahme um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Bundesland Bayern gehen die Zahlen hingegen zurück.

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FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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gma/fka/news.de

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