Osama Bin Ladens Bodyguard: Regierung will handeln! Warum wird Sami A. nicht abgeschoben?

Obwohl er als islamistischer Gefährder gilt, kann der ehemalige Bin-Laden-Bodyguard Sami A. nicht abgeschoben werden. Seiner Abschiebung stehen gleich mehrere Gründe im Weg. Nun will die Regierung handeln.

Ein ehemaliger Bin-Laden-Bodyguard kann nicht aus Deutschland abgeschoben werden (Archivbild). Bild: dpa

Am Dienstag, 24.04.2018, machte der Fall Sami A. erneut Schlagzeilen: Obwohl der ehemalige Bin-Laden-Bodyguard als islamistischer Gefährder gilt, kann er nicht in sein Heimatland abgeschoben werden. Stattdessen bekommt er sogar noch Unterstützung vom Staat. Darum kann er nicht ausgeliefert werden.

Osama-Bin-Laden-Bodyguard droht Folter in Tunesien

Der Fall Sami A. beschäftigt die Gerichte schon seit einigen Jahren. Bereits im Jahr 2016 hätte der Mann, der eine Ausbildung in einem Al-Qaida-Camp erhielt und einen der gefährlichsten Terroristen der Welt beschützt hat, abgeschoben werden sollen. Doch schon damals klagte Sami A. gegen seine Abschiebung – und das erfolgreich. Das Gericht erkannte an, dass ihm in seiner Heimat eine unmenschliche Behandlung oder gar Folter drohe. Eine Abschiebung sei daher nicht möglich.

Osamas Ex-Leibwächter hat Familie in Deutschland

Und auch einen weiteren Punkt brachte Sami A. zu seiner Verteidigung an. Der ehemalige Bin-Laden-Bodyguard hatte inzwischen geheiratet. Seine Frau sei eingebürgert worden und hätte dadurch die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt. Mit ihr soll er mittlerweile drei Kinder haben. Offenbar ein weiterer Punkt, der einer Abschiebung im Weg steht.

Forderungen nach Abschiebung von Sami A. werden lauter

Mittlerweile fordern auch immer mehr Politiker die Abschiebung des ehemaligen Bin-Laden-Bodyguards. Der stellvertretende NRW-CDU-Fraktionsvorsitzende Gregor Golland sprach sich gegenüber der "Bild" dafür aus, Gespräche mit Tunesien über eine baldige, menschenrechtswürdige Rückführung anzustreben. Auch CDU-Innenexperte Philipp Amthor sagte gegenüber dem Blatt, dass das Mitleid mit ausländischen Gefährdern nicht über dem Sicherheitsinteresse der deutschen Bevölkerung stehen darf. Ob jetzt gehandelt wird, bleibt abzuwarten.

Bin-Laden-Bodyguard Sami A.: Regierung will endlich handeln

Offenbar hat auch die Regierung die Dringlichkeit einer baldigen Abschiebung erkannt. Wie "Bild" am Donnerstag berichtet, will das Bundesinnenministerium jetzt endlich handeln. Eine 2005 vom Ministerium eingerichtete Spezial-Arbeitsgruppe (AG Status) soll sich jetzt den Fall vornehmen. Falls Tunesien zusagt, auf Folter zu verzichten, könnte Sami A. demnächst abgeschoben werden.

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jat/kad/news.de

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