19.04.2018, 08.43 Uhr

EU-Umsiedlungsprogramm: 10.000 neue Flüchtlinge für Deutschland? Das steckt dahinter

Um besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen einen sicheren Weg nach Europa zu gewähren, hat die EU ein Umsiedlungsprogramm gestartet. Auch Deutschland ist beteiligt und wird demnächst bis zu 10.000 Flüchtlinge aufnehmen.

Im Rahmen des EU-Umsiedlungsprogramms wird Deutschland bis zu 10.000 Flüchtlinge aufnehmen. Bild: Oliver Mehlis/dpa

Deutschland wird laut EU-Kommission im Rahmen eines EU-Umsiedlungsprogramms mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten aufnehmen. Eine entsprechende Zusage der Bundesregierung sei in dieser Woche eingegangen, sagte EU-Migrations- und Innenkommissar Dimitris Avramopoulos den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

EU-Umsiedlungsprogramm: Deutschland nimmt 10.000 Flüchtlinge auf

Weil aus anderen Mitgliedstaaten bereits die Zusage für die Aufnahme von 40.000 Flüchtlingen vorliege, sei das Ziel des "Resettlement-Programms" bereits erfüllt und werde wohl sogar übertroffen. "Die deutsche Regierung ist erneut zur Stelle, wenn es um internationale Solidarität geht", lobte der EU-Kommissar.

EU plant Umsiedlung von 50.000 Flüchtlingen

Das Programm hatte die Kommission im vergangenen Sommer aufgelegt, um besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen einen direkten und sicheren Weg nach Europa zu öffnen. Bis Herbst 2019 sollen mindestens 50.000 Flüchtlinge vor allem aus Nordafrika in der EU angesiedelt werden. Die EU unterstützt die Aufnahmeländer mit einer halben Milliarde Euro.

EU-Kommissar Avramopoulos drängt auf Abschaffung der Grenzkontrollen

Der EU-Kommissar drängte Berlin zugleich, die in der Flüchtlingskrise eingeführten Grenzkontrollen bald wieder abzuschaffen. Er werde solchen Kontrollen "nicht für immer" zustimmen, sagte er. "Wir müssen zügig zur normalen Funktionsweise des Schengensystems zurückkehren." Die Wiedereinführung dauerhafter Grenzkontrollen im Schengenraum wäre ein schwerer Rückschlag, warnte Avramopoulos. Es gehe um Reisefreiheit und das Gefühl, in der EU zusammenzugehören.

Deutschland hatte erst vor kurzem angekündigt, die Kontrollen an der Grenze zu Österreich über die gesetzte Frist im Mai hinaus zu verlängern. Die EU-Kommission will hingegen ein möglichst rasches Ende.

Lesen Sie auch: Familiennachzug für Flüchtlinge – Maximal 1.000 Angehörige im Monat - ist DAS realistisch?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jat/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser