Flüchtlinge mit Angst vor Abschiebung: Terror-Trick! SO krass belügen Asylbewerber die Behörden

Mit einer neuen Masche versuchen manche Asylbewerber ihre Chancen auf einen längeren Aufenthalt in Deutschland zu verbessern. Die Behörden in Baden-Württemberg kommen mit den Ermittlungen kaum nach. Wie funktioniert der Terror-Trick?

In Baden-Württemberg versuchen immer mehr Flüchtlinge durch Selbstanzeigen ihre Chance auf einen Aufenthalt in Deutschland zu verlängern. Bild: dpa

Es ist paradox: Viele Menschen flüchten vor dem Terror ihrer Heimat - aber manche geben sich selbst als Terroristen aus, um eher in Deutschland bleiben zu können! Behörden in Baden-Württemberg klagen jetzt über diesen neuen Trick, berichten die "Stuttgarter Nachrichten".

Justizminister Guido Wolf kritisiert Selbstanzeige als Terrorist

Die Staatsanwaltschaften in Stuttgart und Karlsruhe haben allein im ersten Quartal dieses Jahres 159 solcher Fälle registriert, im gesamten vergangenen Jahr seien es 300 gewesen. Ein Riesen-Aufwand für die Justiz! Justizminister Guido Wolf kritisiert: "Ich habe keinerlei Verständnis, wenn sich jemand einer schweren Straftat bezichtigt, nur weil er sich Vorteile im Asylverfahren erhofft."

Terror-Trick: Ermittlungen sind aufwändig

Und so funktioniert der Trick: Asylbewerber klagen sich selbst an und behaupten, in ihrem Heimatland Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Durch die so nötigen Ermittlungen verzögert sich eine mögliche Abschiebung. Denn die seien sehr aufwendig, weil die möglichen Taten im Ausland passiert seien, so ein Sprecher des Ministeriums. Zum Beispiel in Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Somalia. Viele Abschiebungen sind außerdem nicht möglich, weil den Asylbewerbern Papiere fehlen.

Selbstanzeige: Behörden in Stuttgart und Karlsruhe sind überfordert

Weil die Fälle immer mehr Aufwand verursachen, gibt die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe mangels ausreichender Kapazitäten immer mehr Fälle an die nachgeordneten Ermittlungsbehörden ab. Allein bei der Stuttgarter Generalstaatsanwaltschaft hat sich die Zahl der Verfahren im Jahr 2017 vervierfacht. Von 55 Verfahren, die 2017 und 2018 dort liefen, konnten bisher nur vier beendet werden. Nach den Zahlen aus dem Justizministerium in Baden-Württemberg machen Selbstbezichtigungen inzwischen rund die Hälfte aller neuen Terrorverdachtsfälle im Land aus.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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gma/jat/news.de

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