Kriegsdrohung gegen Syrien: "Barbarischer Angriff!" Donald Trump droht "Schlächter" Assad mit Militärschlag

Am Wochenende schockten Bilder von Opfern eines mutmaßlich syrischen Giftgasangriffs die Welt. Nun droht US-Präsident Trump Syriens Machthaber Assad und kündigt eine "bedeutende" Entscheidung an. Moskau hingegen bezichtigt Rebellen, den Angriff inszeniert zu haben.

Nach dem Giftgasangriff auf die syrische Stadt Duma droht Donald Trump mit Vergeltung. Bild: dpa

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien haben die USA militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht ausgeschlossen. Präsident Donald Trump kündigte am Montag eine schnelle Entscheidung seiner Regierung an. Er wolle mit seinen militärischen Beratern über mögliche Schritte sprechen. Alle Optionen würden in Betracht gezogen.

Nach Angaben von Aktivisten sollen bei dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta am Samstag mehr als 150 Menschen getötet und rund 1000 verletzt worden sein.

Frankreich und USA drohen mit Militärschlag gegen Syrien

Der mutmaßliche Giftgaseinsatz setzt den Westen unter erheblichen Druck. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte am Wochenende mit "gezielten Schlägen" gegen die syrische Regierung gedroht, sollte ein tödlicher Einsatz von Chemiewaffen unwiderlegbar bewiesen sein. Das sei eine rote Linie, sagte Macron. Auch Trump drohte Assad.

Der US-Präsident sprach am Montag von einem "barbarischen" Angriff. "Wir können solche Greueltaten nicht zulassen", fügte er hinzu. Seine Regierung werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine "bedeutende Entscheidung" treffen. Die USA prüften eine mögliche Beteiligung der iranischen und der russischen Regierung. Trump schloss in diesem Zusammenhang auch mögliche Konsequenzen für den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht aus. Wenn sich herausstelle, dass dieser eine Verantwortung für den Angriff trage, werde er wie jeder andere einen Preis dafür zahlen, sagte er.

Die USA machen die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad dafür verantwortlich. Auch die Bundesregierung vermutet, dass die syrische Armee hinter dem Angriff steht. Die Umstände deuteten auf "die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes" hin, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: Ein so schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht dürfe "nicht ungesühnt bleiben".

Giftgasangriff in Duma - Für Russland nur "Fake News"

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete Berichte über einen syrischen Angriff mit Chemiewaffen hingegen als Provokation. Russische Militärspezialisten seien vor Ort gewesen und hätten keinerlei Spuren von Chlorgas gefunden. Vorwürfe des Westens, Russland decke den syrischen Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten, bezeichnete der Minister als antirussische Kampagne.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja stellte die Echtheit des mutmaßlichen Angriffs in Frage. Russische Ermittler hätten keine Belege für einen solchen Angriff gefunden, sagte er in einer Sitzung des Weltsicherheitsrats in New York. Rebellen hätten den Angriff lediglich inszeniert, es handele sich um "Fake News".

Giftgasangriff in Duma - Israel weist Schuld von sich

Nach dem Vorfall in Duma kam es am Montag zu einem schweren Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz, für den Syrien, Russland und der Iran Israel verantwortlich machen. Bei der Bombardierung wurden mindestens 14 Angehörige der syrischen Armee und verbündeter Milizen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag meldete. Unklar blieb, ob der Militärschlag mit dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Zusammenhang stand.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, zwei israelische Kampfjets vom Typ F-15 hätten vom Libanon aus acht Raketen auf den Flugplatz T4 nahe der Stadt Homs abgefeuert. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr des Landes haben den israelischen Raketenangriff abgewehrt. Die israelische Armee wollte sich wie bereits in früheren Fällen nicht zu den Vorwürfen äußern. Die USA und Frankreich dementierten jede Beteiligung an der Bombardierung.

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koj/news.de/dpa

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