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Talk bei Anne Will: Hubertus Heil will Hartz IV in 5 Jahren abschaffen

Geht es an das Geld des kleinen Mannes, ist der Aufschrei groß. Die aktuelle Debatte um Hartz IV nimmt weiter Fahrt auf. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil möchte die Unterstützung von Arbeitslosen in den kommenden fünf Jahren abgeschafft haben.

Hubertus Heil (SPD) gibt Hartz IV kaum noch eine Chance. Bild: dpa

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat große Pläne. In den kommenden Jahren sollen 150.000 Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot stehen. Auch das ALG II sieht er nicht als notwendig an und möchte es abschaffen. Bei Anne Will talkte er unter anderem gemeinsam mit Robert Habeck (FDP), Inge Hannemann (Die Linke), Ingrid Hoffmann (CSU) und Wirtschaftsjournalist Rainer Hank.

Heiße Diskussion über Hartz IV bei Anne Will

Zur Erinnerung, Hartz IV ist ein Eigengewächs der SPD und seit seiner Einführung in der Kritik. Einerseits und hauptsächlich von den linksorientierten Parteien wird das ALG II als zu gering angesehen und ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert. Hartz IV-Empfänger werden gesellschaftlich abgestempelt. Die konservativen Politiker sehen in Hartz IV eher eine Unterstützung der Faulheit und fordern den Arbeitslosen auf, etwas gegen seine Situation zu tun.

Arbeitslose müssen arbeiten wollen

Eben genau diese Standpunkte wurden auch in der Talkrunde am Sonntagabend bei Anne Will vertreten. Die Linke in Person von Inge Hannemann forderte die Bundesregierung auf, vor allem gegen die Diskriminierung vorzugehen. Schließlich würde der Hartz IV-Empfänger doch nur durch die strengen Sanktionen in die Null-Bock-Stimmung getrieben. Ingrid Hoffmann zeigte hingegen klare Kante: Menschen, die arbeiten wollen, müssen mehr Eigeninitiative zeigen.

Hubertus Heil: "Wir werden dieses System in fünf Jahren nicht mehr haben"

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stand bei dieser Diskussion etwas auf verlorenem Posten. Er möchte die Langzeitarbeitslosen in den nächsten Jahren steuerfinanziert wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. Eigentlich nichts Neues, denn Beschäftigungsmaßnahmen gibt es auch derzeit schon zur Genüge. Über Sinn und Unsinn sollte allerdings gesprochen werden. Sein Fazit des Abends: "Wir werden dieses System in fünf Jahren nicht mehr haben."

Zu einem klaren Ende kam an diesem Sonntag keine der anwesenden Parteien, die Erkenntnis für den Zuschauer lag allerdings darin, dass sich sicherlich in den nächsten Jahren etwas ändern wird. Ob zum Positiven, das ließ sich aus den Äußerungen der streitbaren Politikern nicht ablesen.

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koj/loc/news.de

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