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Giftgas-Anschlag im News-Ticker: Aufatmen! Ex-Spion Sergej Skripal geht es deutlich besser

Vor einem Monat wurde der Ex-Spion Sergej Skripal vergiftet - doch noch immer sind die entscheidenden Fragen ungeklärt. Das belastet die Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen immer mehr. Ärzte bestätigten nun, dass es dem Ex-Spion inzwischen besser gehe.

Britische Experten haben einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stammen soll. Bild: dpa

Im Konflikt um die Gift-Attacke auf den ehemaligen russischen Doppelspion Sergej Skripal treffen Großbritannien und Russland erstmals direkt aufeinander. Der Streit steht im Mittelpunkt einer Sondersitzung des Exekutivrats der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) an diesem Mittwoch in Den Haag. Russland hatte die Sondersitzung beantragt. Dem Gremium gehören Diplomaten aus 41 Ländern an, darunter die USA, Russland, Großbritannien und Deutschland. Alle Entwicklungen lesen Sie im News-Ticker:

+++ 06.04.2018: Ärzte: Sergej Skripal geht es deutlich besser +++

Mehr als einen Monat nach dem Giftanschlag geht es dem ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal deutlich besser. Das berichteten seine Ärzte am Freitag in der südenglischen Kleinstadt Salisbury. Er sei nicht mehr in kritischem Zustand.

+++ 06.04.2018: Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen schwer belastet +++

Im Zentrum der Krise steht weiterhin der Vorwurf der britischen Regierung, Moskau habe die Tat zu verantworten. Die Russen weisen diese Anschuldigung vehement zurück. Beide Länder lieferten sich am Donnerstagabend einen heftigen Schlagabtausch im UN-Sicherheitsrat in New York.

"Wir haben unseren britischen Kollegen gesagt, dass sie mit dem Feuer spielen und das noch bereuen werden", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja und warf Großbritannien "dreckige Spiele" vor. "Diese ganze zweifelhafte Sache ist eine Erfindung oder eine Provokation der übelsten Sorte." Russland habe mit der Vergiftung der Skripals nichts zu tun, es gehe nur darum, "unsere politische Legitimität grundsätzlich in Frage zu stellen".

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce wies das zurück. Das Ganze sei "Teil eines größeren Musters von unverantwortlichem Verhalten Russlands", sagte Pierce. "Wir haben nichts zu verstecken, aber ich fürchte, dass Russland etwas zu befürchten haben könnte."

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), sieht angesichts des schwelenden Konflikts den Frieden in Europa in Gefahr. "Wir treiben auf einen gefährlichen Tiefpunkt zu. Die militärische Gefahr hat sich deutlich verschärft, die Lage ist explosiver als zu Zeiten des Kalten Krieges", sagte der frühere brandenburgische Ministerpräsident der "Märkischen Allgemeinen" (Freitag). "Es geht um den Frieden in Europa."

+++ 05.04.2018: Julia Skripal: Mir geht es von Tag zu Tag besser +++

Erstmals hat sich die nach einem Giftanschlag schwer erkrankte Julia Skripal in Großbritannien zu Wort gemeldet. "Ich bin vor über einer Woche aufgewacht und bin glücklich sagen zu können, dass es mir von Tag zu Tag besser geht", sagte die 33-Jährige am Donnerstag in einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung.

Sie dankte den vielen Menschen, die zu ihrer Genesung beigetragen hatten. Zugleich bat sie um die Achtung ihrer Privatsphäre. Die 33-Jährige und ihr Vater, der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal, waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im britischen Salisbury entdeckt worden. Das Attentat war mit einem Nervengift verübt worden. Auch der Vater liegt noch im Krankenhaus.

+++ 05.04.2018: Berlin bleibt bei harter Haltung gegen Moskau im Fall Skripal +++

Die Bundesregierung bleibt im Streit um den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal bei ihrer harten Linie gegenüber Moskau. "Wir haben kein Interesse an einer weiteren Eskalation, aber wir haben klare Standpunkte, die werden wir vertreten und daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einem Besuch in Jordanien. "Wir sind nicht mehr bereit, einfach alles so hinzunehmen."

Die Ausweisung von vier russischen Diplomaten aus Deutschland nannte Maas "verhältnismäßig" und "notwendig". Er bekräftigte, dass die von Großbritannien vorgelegten Informationen so "eindeutig" auf eine russische Verantwortung für den Giftanschlag hinwiesen, "dass wir keine andere plausible Erklärung haben".

+++ 05.04.2018: Russisches Notwitschok-Labor angeblich identifiziert +++

Britische Experten haben einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stammen soll. Dies sei mit Hilfe von wissenschaftlichen Analysen und der Geheimdienste gelungen, berichtete die Zeitung "The Times" am Donnerstag. Die Experten seien sich recht sicher, wenn auch nicht zu 100 Prozent. Eine klare Quelle nannte das Blatt allerdings nicht.

Ein Regierungssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Die britische Forschungsanlage Porton Down hatte zuvor berichtet, dass die präzise Quelle für das Nervengift Nowitschok unklar sei.

Wegen seiner Vorwürfe an Moskau gerät der britische Außenminister Boris Johnson zunehmend unter Druck. Labour-Chef Jeremy Corbyn warf Johnson vor, dass er entweder nicht all sein Wissen preisgebe oder übertreibe. Labour-Politikerin Diane Abbott sprach von Irreführung der Öffentlichkeit. Johnson erwiderte, dass der Oppositionschef genauso wie Russland versuche, Großbritannien zu diskreditieren.

+++ 05.04.2018: Russland fordert Sitzung des UN-Sicherheitsrates +++

Russland hat eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zum Fall des Giftanschlags auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter in England gefordert. Dem Antrag von Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja zufolge soll die Sitzung bereits am Donnerstag in New York stattfinden. Sofern es zu dem Treffen kommt, ist eine direkte Konfrontation Nebensjas mit Großbritanniens UN-Botschafterin Karen Pierce wahrscheinlich.

Schon am Mittwoch waren die unversöhnlichen Positionen der beiden Länder bei der ersten direkten Konfrontation seit dem Vorfall deutlich geworden. Die Sondersitzung des Exekutivrats der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag endete mit heftigen gegenseitigen Vorwürfen. London beharrte darauf, dass Moskau hinter der Attacke stecke. Die britische Regierung bezeichnete den russischen Vorschlag, gemeinsam zu ermitteln, als "pervers".

+++ 04.04.2018: Deutscher Experte sicher: Gift bei Skripal-Anschlag aus staatlichem Labor +++

Im Fall des Anschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal kann nach Ansicht eines deutschen Chemiewaffen-Experten nur ein staatliches Labor die Quelle für das verwendete Nervengift sein. "Ich bin sicher, dass das Gift aus einem Labor kommt, das Bestandteil eines staatlichen Programms ist und Erfahrungen mit solchen Substanzen hat", sagte der Chemiker und Toxikologe Ralf Trapp am Mittwoch in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Trapp schließt Labors von Terror-Organisationen oder kriminellen Banden aus. "Es braucht einen Grad von Erfahrung im Umgang mit diesen Stoffen und eine Kenntnis der dahinter stehenden Chemie."

Infrage kämen einerseits Labors, die sich - wie die staatlichen Einirchtungen in der Sowjetunion und später in Russland - mit der Entwicklung solcher Stoffe befasst hätten. Fähig zur Produktion des Nowitschok-Giftes seien andererseits aber auch Einrichtungen, die zum Zwecke des Schutzes mit solchen Substanzen gearbeitet hätten. "Publiziert ist das zum Beispiel aus der ehemaligen Tschechoslowakei und aus dem Iran." Auch die Forschungsanlage im britischen Porton Down zähle dazu.

+++ 04.04.2018: Großbritannien beschuldigt Russland im Giftgas-Skandal auf Sergej Skripal +++

Im Mittelpunkt des nicht-öffentlichen Treffens des OPCW-Leitungsgremiums stehen die harten Vorwürfe Großbritanniens, das Russland für den Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok im britischen Salisbury vor einem Monat verantwortlich macht. Das Gift war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden. Moskau weist die Vorwürfe vehement zurück und beschuldigt London der anti-russischen Propaganda.

Die Chemiewaffen-Behörde berät derzeit in Den Haag über ein weiteres Vorgehen in den Untersuchungen. Allerdings machte Großbritannien deutlich in diesem Fall nicht gemeinsam mit Russland an einer Aufklärung arbeiten zu wollen und bezeichnet den Vorschlag als "pervers".

+++ 04.04.2018: Kein Beweis für russisches Giftgas +++

Bislang konnte Großbritannien keine Beweise vorlegen. Ein britisches Forschungslabor hat noch keine "präzise Quelle" für das eingesetzte Nervengift herausfinden können. Bisher sei nur der Nachweis gelungen, dass bei dem Attentat Nowitschok oder ähnliche Substanzen verwendet worden seien, sagte am Dienstag Gary Aitkenhead, Chef eines Laboratoriums der Forschungsanlage Porton Down.

Das heißt im Klartext: Russland kann bisher keine Beteiliung an dem Anschlag nachgewiesen werden.

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