Präsidentschaftswahlen Russland 2018: Wladimir Putin gewinnt haushoch und bedankt sich

Wladimir Putin bleibt für sechs weitere Jahre im Kreml. Nach 18 Jahren an der Macht lässt sich Russlands starker Mann bis 2024 als Präsident bestätigen. Vorwürfe wegen Verstößen werfen einen Schatten auf den Triumph des russischen Dauerherrschers.

Wladimir Putin ist bei den Präsidentenwahlen in Russland wiedergewählt worden. Bild: dpa

Ersten Wahlbefragungen zufolge hat Wladimir Putin wie erwartet die Präsidentschaftswahlen in Russland mit 71,79 Prozent deutlich gewonnen. Die Wiederwahl Putins mit einem hohen Ergebnis war erwartet worden, die anderen sieben Kandidaten hatten keine Aussicht auf Erfolg. Der kommunistische Präsidentenkandidat Pawel Grudinin hat nach ersten Auszählungen mit knapp 16 Prozent den zweiten Platz bei der Wahl in Russland erreicht. Das teilte die Wahlleitung in Moskau am Sonntag mit. Dahinter liegt der nationalistische Politiker Wladimir Schirinowski mit knapp sieben Prozent.

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat seinen Wählern für seinen deutlichen Sieg bei der Präsidentenwahl gedankt. "Ihr seid unsere Mannschaft. Ich bin Mitglied eures Teams und alle, die heute gewählt haben, sind Teil unseres gemeinsamen Teams", sagte Putin am Sonntagabend bei einem Auftritt in der Nähe des Kremls in Moskau.

Wladimir Putin bei Präsidentenwahlen in Russland am 18.03.2018 wiedergewählt

Damit bleibt der 65-Jährige wie erwartet für sechs weitere Jahre Russlands Präsident. Noch am Abend wurde eine Siegesfeier in der Nähe des Kremls erwartet. Erstmals durften auch die Bewohner der 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim den russischen Präsidenten wählen.

Mit dem Teilergebnis setzen die Behörden ein Zeichen direkt nach der Wahl. Zwar wird das Endergebnis erst für Montag erwartet, doch dürfte sich an der Tendenz kaum etwas ändern. Auch bei Nachwahlbefragungen lag Putin mit rund 74 Prozent deutlich vor den sieben Mitbewerbern.

Giftanschlag auf Sergej Skripal überschattet Präsidentschaftswahlen

Die Wahl erfolgte unter dem Eindruck des heftigen Konfliktes mit dem Westen nach dem Giftanschlag auf einen russisch-britischen Ex-Agenten in Großbritannien. London wirft Moskau vor, in den Fall verwickelt zu sein. Russland dementiert. In dem Streit haben beide Seiten gegenseitig Diplomaten ausgewiesen. Der Zwist ist der jüngste Tiefpunkt in der schwersten Krise zwischen Russland und dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges; die Beziehungen sind seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim stark belastet.

Wahlbeobachter registrierten über 2000 Manipulationsversuche

Vor Schließung der Wahllokale haben Wahlbeobachter bei der Präsidentenwahl in Russland haben Wahlbeobachter mehr als 2500 Manipulationsversuche registriert. Mitarbeiter der oppositionsnahen Beobachterstelle Golos dokumentierten besonders viele Vorfälle in Moskau, St. Petersburg und in der südrussischen Stadt Krasnodar, wie einer Karte der Organisation am Sonntag zu entnehmen war. Nach Angaben des Innenministeriums wurden Behörden rund 650 Vorfälle gemeldet.

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kad/news.de

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