Beamter verhaftet: Verdacht auf Korruption bei Berliner Polizei

Bis zu 3000 Euro Schmiergeld soll ein Berliner Polizist regelmäßig bekommen haben, im Gegenzug warnte er laut Staatsanwaltschaft Drogenhändler vor Razzien und Kontrollen. Nun wurde er verhaftet. Wie groß ist das Korruptionsproblem innerhalb der Hauptstadtpolizei?

Die Berliner Polizei droht ein erneuter Skandal.  Bild: dpa

Korruptionsskandal bei der Berliner Polizei: Am Freitag wurde in der Hauptstadt ein 39-jähriger Beamter verhaftet, weil er für Schmiergelder regelmäßig Drogenhändler vor Kontrollen gewarnt haben soll. Laut Generalstaatsanwaltschaft besteht der dringende Verdacht der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit, der Verletzung von Dienstgeheimnissen und der Beteiligung am Betäubungsmittelhandel.

Verdacht wegen Schmiergeldzahlungen: Mehrere Beamte der Berliner Polizei festgenommen

Ebenfalls beschuldigt werden Inhaber und Betreiber mehrerer Gaststätten in Berlin-Wedding, mit denen der Mann einen Deal vereinbart haben soll. Der Polizeibeamte soll regelmäßig Geldbeträge bis zu 3000 Euro für Hinweise auf mögliche Kontrollen durch Polizei-, Zoll-, Steuerbehörden und Bezirksamt erhalten haben. Der Polizist soll zudem den anderen Verdächtigen für regelmäßige Geldzahlungen den Lagerraum eines von ihm geleiteten Pokerclubs in Berlin-Pankow zur Zwischenlagerung von Drogen zur Verfügung gestellt haben.

Skandal bei der Berliner Polizei: Durchsuchungen von 50 Beamten

Am Freitag gab es Durchsuchungen, etwa 50 Beamte waren beteiligt. Unter anderem wurden Bargeld und Mobiltelefone sichergestellt. Verhaftet wurden auch zwei weitere Verdächtige. Die Ermittlungen richten sich gegen fünf Beschuldigte.

Die Berliner Polizei war zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen. Vor kurzem musste Polizeichef Klaus Kandt seinen Posten räumen. Er stand zuletzt mehrfach in der Kritik - unter anderem wegen der Zustände an Polizeischießständen. Für Schlagzeilen sorgte auch die Polizeiakademie, wo sich Ausbilder über Disziplinlosigkeit von Polizeianwärtern bis hin zu kriminellen Bewerbern beschwert hatten. Seit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 waren zudem immer wieder Ermittlungspannen ans Licht gekommen.

Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber twitterte: "Ein Markenkern der Organisierten Kriminalität ist, dass diese auf allen gesellschaftlich relevanten Ebenen vernetzt ist. Leider auch bei der Korruption in Behörden. Darüber spricht man nicht gerne, aber so läuft's."

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sba/bua/news.de/dpa

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