Rundfunkbeitrag: Claus Kleber: "Finde den Preis für unser Angebot fair"

Die Schweizer stimmen über eine Abschaffung des Rundfunkbeitrags ab. Auch in Deutschland kocht immer wieder die Debatte auf, ob ARD und ZDF eine Daseinsberechtigung haben. Nun verteidigt Moderator Claus Kleber die öffentlich-rechtlichen Sender.

Claus Kleber findet den Preis für die öffentlich-rechtlichen Sender angemessen. Bild: news.de-Fotomontage (dpa)

Nicht nur in Deutschland gibt es Kritik am Rundfunkbeitrag. In der Schweiz geht es am Sonntag um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Schweizer stimmen dann über die Abschaffung des Rundfunkbeitrags ab. Die Regierung warnt, dies wäre das Ende der Rundfunkanstalt SRG.

Claus Kleber verteidigt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Der ARD und dem ZDF werden vorgeworfen nicht ausgewogen über aktuelle Ereignisse zu berichten. Außerdem: Sie seien zu regierungsfreundlich. ZDF-Moderator Claus Kleber kann die Debatte nicht verstehen. In einem Interview gegenüber dem "Stern" sagte er, dass er in den USA viel Geld an das "National Public Radio" gespendet habe. Er habe diesen Radiosender (ähnlich Deutschlandfunk) neben dem "kommerziellen Mist, der dort überall lief" dringend gebraucht. "Ich finde den Preis für unser Angebot fair", sagt Kleber.

Angesichts der aktuellen Debatte zu Sparmaßnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird immer wieder laut, dass die Sender ihre Angebote ändern müssen. "Der Prozess des Verschlankens läuft beim ZDF, wir bauen hunderte von Stellen ab. Verschlanken ist nicht von Vornherein verkehrt. Aber ich glaube, dass Deutschland von der Konkurrenz zwischen ARD und ZDF profitiert", sagt Kleber gegenüber dem "Stern".

Mehrheit der Deutschen lehnt Abschaffung von ARD und ZDF ab

Zwar werden immer wieder Gegenstimmen laut, aber laut einer aktuellen Umfrage gibt es Deutschland keine Mehrheit für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Allerdings gehen die Meinungen in dieser Frage deutlich auseinander.

So waren rund 55 Prozent der Teilnehmer einer Civey-Umfrage für die Zeitungen der Funke Mediengruppe gegen die Abschaffung von ARD und ZDF. Aber immerhin eine starke Minderheit sieht die Öffentlich-Rechtlichen kritisch: Rund 39 Prozent gaben an, ARD und ZDF sollten abgeschafft werden.

Zudem gibt es bei dieser Frage deutliche Unterschiede zwischen Ost und West sowie Männern und Frauen. Im Osten Deutschlands sprachen sich mehr als 43 Prozent für eine Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Sender aus, in den westlichen Bundesländern waren es 37 Prozent. Und während rund 43 Prozent der Frauen für eine Abschaffung sind, wollen das nur 35 Prozent der Männer.

AfD-Wähler lehnen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab

Beim Blick auf die parteipolitischen Präferenzen zeigt sich, dass vor allem AfD-Wähler den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ablehnen: Insgesamt 80 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe sprachen sich für eine Abschaffung aus.

Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen AfD hatten sich in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch mit ARD und ZDF auseinandergesetzt. Sie sprechen von "Staatsfunk" und werfen den Sendern etwa in der Flüchtlingspolitik einseitige Berichterstattung vor.

Den meisten Rückhalt bekommen die Öffentlich-Rechtlichen in der Umfrage von SPD- und Grünen-Wählern. Sie sprachen sich mit gut 78 Prozent (Grüne) und 76 Prozent (SPD) gegen die Abschaffung aus.

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bua/news.de/dpa

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