Sigmar Gabriel: Außenminister rechnet mit der Welt ab - War das seine letzte Rede?

Sigmar Gabriel hat während seiner Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz zum Rundumschlag zur Lage der Welt ausgeholt. Gleich zu Beginn macht er klar: "Die Welt steht zu Beginn des Jahres 2018 an einem gefährlichen Abgrund." War dies seine letzte Rede als Außenminister?

Sigmar Gabriel, Bundesaußenminister, spricht auf der 54. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof. Bild: dpa

Die Welt steht nach Einschätzung von Außenminister Sigmar Gabriel zu Beginn des Jahres 2018 an einem gefährlichen Abgrund. "Berechenbarkeit und Verlässlichkeit sind derzeit anscheinend die knappsten Güter in der internationalen Politik", sagte der SPD-Politiker am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Sigmar Gabriel rechnet bei Münchner Sicherheitskonferenz mit der Welt ab

Der Syrien-Konflikt bewege sich nach sechs blutigen Jahren als Bürger- und Stellvertreterkonflikt in eine Richtung, "die akute Kriegsgefahr selbst für unsere engen Partner" bedeute. Zudem könne der olympische Frieden die "brandgefährliche Eskalation rund um das nordkoreanische Atomrüsten" vorerst nur bremsen. Hinzu kämmen der zunehmende globale Führungsanspruch Chinas, die Machtsprüche Russlands sowie das Wiederaufkommen von Nationalismus und Protektionismus.

Gabriel: Wir erkennen unser Amerika manchmal nicht wieder

Auch über Amerika verlor der Außenminister kaum ein gutes Wort. Sigmar Gabriel hat sich besorgt über die fehlende Verlässlichkeit der US-Regierung unter Donald Trump geäußert. "Wir sind uns nicht mehr sicher, ob wir unser Amerika noch wiedererkennen. Sind es Taten, sind es Worte, sind es Tweets, an denen wir Amerika messen müssen?" fragte Gabriel am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

War dies Gabriels letzte Rede als Außenminister?

China und Russland stellten die liberale, westliche Ordnung infrage. Die USA müssten deshalb ein Interesse an einer engen Partnerschaft mit Europa haben. "Niemand sollte versuchen, die Europäische Union zu spalten, nicht Russland, nicht China, aber auch nicht die Vereinigten Staaten", sagte der SPD-Politiker.

Die Rede Gabriels war mit Spannung erwartet worden, weil nicht klar ist, ob er bei einer großen Koalition einer neuen Regierung angehören wird. In der SPD-Spitze gibt es großen Widerstand dagegen. Gabriel selbst hat mehrfach erklärt, dass er das Amt gerne behalten würde.

Passend dazu: DARUM muss er weiterhin Minister bleiben.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser