Mit Steuergeldern!: Staat soll für saubere Diesel-Autos blechen

Die drohenden Fahrverbote von Dieselautos belastet die Industrie, den Staat und die Bürger gleichermaßen. Eine Lösung muss her. Experten haben der Regierung nun empfohlen, die Nachrüstung mit Steuergeldern zu finanzieren.

Der Staat soll für die Nachrüstung aufkommen. Bild: dpa

Die Dieselkrise macht den deutschen Autohändlern zunehmend zu schaffen. "Die Autokäufer sind zutiefst verunsichert. Drohende Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich", sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Jürgen Karpinski. Der Umsatz des Kfz-Gewerbes sei deshalb 2017 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,4 Prozent auf 174,4 Milliarden Euro gestiegen.

Dieselkrise gefährdet Existenz von Autohändlern

Die Durchschnittsrendite des Kfz-Gewerbes lag nach vorläufigen Berechnungen 2017 bei 1,3 bis 1,6 Prozent, nach 1,7 Prozent im Jahr 2016. Das sei nicht überraschend, sagte Karpinski, denn beim Handel stünden mehrere Hunderttausend gebrauchte Diesel auf Halde, dadurch seien die Kosten stark gestiegen. Hinzu kämen nun noch zurückgegebene Dieselautos aus Leasingverträgen. Die Lage sei für einen Teil der Unternehmen inzwischen existenzbedrohend.

Staat soll für Nachrüstung von Dieselfahrzeugen aufkommen

Um drohende Fahrverbote abzuwenden, sehen Experten den Bund in der Pflicht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, haben Berater der Regierung vorgeschlagen, die Nachrüstung der Diesel-Autos mit öffentlichen Geldern zu bezahlen. Berlin und Rheinland-Pfalz hingegen sind der Meinung, die Industrie solle für die Nachrüstung aufkommen, die das natürlich vehement ablehnt.

2,8 Millionen Dieselautos von drohenden Fahrverboten betroffen

Laut einer Auswertung der "Wirtschaftswoche" sind 2,8 Millionen Dieselautos in 51 deutschen Städten von den drohenden Fahrverboten betroffen. Diese Auto haben die Schadstoffklasse Euro 1 bis 5. Verschont blieben Halter mit Euro-6-Autos.

Der Vorschlag der Experten dürfte bei den Haltern auf offene Ohren treffen. Käme der Staat der Empfehlung nach, würde die Nachrüstung "ganz oder zu einem höchstmöglichen Anteil" durch Steuergelder und damit durch eine staatliche Förderung abgedeckt.

Laut "SZ" steht im Koalitionsvertrag, dass die mögliche GroKo auf Basis der Expertenempfehlung noch 2018 über die Nachrüstung entscheiden will.

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fka/loc/news.de/dpa

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