Zoff um AfD-Stiftung: Steckt hinter den Gönnern ein rechtes Netzwerk?

Die parteinahen Stiftungen kassieren jedes Jahr Millionen aus öffentlichen Mitteln. Auch die AfD möchte nicht abseits stehen. Zwei Namensvorschläge, zwei Parteiflügel. Für welchen Stiftungsnamen entscheidet sich die Partei?

Die AfD will eine Stiftung gründen. Bild: dpa

Nach jahrelangem Hickhack will der AfD-Parteivorstand in der nächsten Woche über die Gründung einer parteinahen Stiftung entscheiden. "Ich würde es begrüßen, wenn sie Gustav-Stresemann-Stiftung heißen würde", sagte der Parteivorsitzende Alexander Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Nach Informationen von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung" verbirgt sich hinter den Geldgebern für die Stresemann-Stiftung jedoch ein rechtes Netzwerk.

Stiftungsgründung könnte AfD spalten

Die Gründung einer Stiftung ist für die AfD notwendig. Denn die Partei braucht Geld. Vermögende sind bereit die Partei finanziell zu unterstützen, jedoch nicht öffentlich und direkt. Denn die Namen der Spender würden sonst in Rechenschaftsberichten auftauchen. Bisher landeten Spenden beim "Verein für Rechtsstaatlichkeit". Jedoch kamen die Millionen nie in die Parteikasse, mit einer parteinahen Stiftung würde sich das ändern.

Der Vorteil für Geldgeber liegt klar auf der Hand. Sie tauchen nicht offiziell als AfD-Spender auf. Und die Alternative für Deutschland kann darüber entscheiden, wie das Geld der Stiftung verwendet wird. Zusätzlich würde die Stiftung jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag vom Staat bekommen. Das gilt für alle Fraktionen im Bundestag, die Bildungsarbeit mit ihrer Stiftung leisten.

Rechtes Netzwerk verbirgt sich hinter Geldgebern

Alice Weidel bevorzugt jedoch die Desiderius-Erasmus-Stiftung. Diese wird vor allem vom wirtschaftsnahen liberalkonservativen Flügel der AfD favorisiert. Am 19. Januar muss sich der AfD-Bundesvorstand für eine Stiftung entscheiden. Hinter beiden Stiftungen stehen wohlhabende Geldgeber. Problematisch ist jedoch die Stresemann-Stiftung. Wie WDR, NDR und die SZ berichten, habe die rechte Organisation "Einprozent" finanzielle Unterstützung angeboten. Diese stamme aus dem Umfeld des neurechten Ideologen Götz Kubitschek.

Der AfD-Spitze scheinen diese Verstrickungen aber egal zu sein: Gauland betonte, dass ihn die Vergangenheit der Stiftung nicht interessiere. Er will lediglich den Namen Stresemann.

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bua/fka/news.de/dpa

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