Von news.de-Redakteurin Anne Geyer - 08.01.2018, 07.01 Uhr

Kim Jong-un privat: Frau, Kinder, Hobbies - das geheime Leben des Diktators

Im Westen kennt man ihn als das dicke Ungetüm mit dem grässlichen Topfschnitt. Kein Wunder, denn Kim Jong-un provoziert gern und spricht noch lieber von seinen Atomwaffen. Ein Mann, dessen einzige Bestimmung es ist, Diktator zu sein.

Kim Jong-un besuchtezwei Schulen in der Schweiz - mit mäßigem Erfolg. Bild: dpa

"Der Diktator ist tot - lang lebe der Diktator!" - hieß es im Jahr 2011, als Nordkoreas "Oberster Führer" Kim Jong-il starb und an seine Stelle Sohn Kim Jong-un die Spitzenposition im Staat übernahm. Zu seiner Amtseinführung ist Jong-un erst 28 Jahre alt. Schon bald wird klar, dass auch er sein unterdrücktes Volk mit eiserner Hand regieren wird. Für den Machterhalt scheint ihm jedes Mittel recht. Eine seiner ersten politischen Säuberungen ist die Hinrichtung seines eigenen Onkels Jang Song-thaek. Das Schicksal von dessen Frau - und damit Kims Tante - ist seither ungewiss.

Einen Teil seiner Kindheit verbrachte Kim Jong-un in der Schweiz

Doch wie wird man eigentlich zum Diktator, der über Leichen geht und dem es egal zu sein scheint, wer diese Leichen sind? Über Kim Jong-uns Kindheit ist wenig bekannt. Er wird als drittes und damit jüngstes Kind des früheren Diktators Kim Jong-il und dessen dritter Frau Ko Yong-hi geboren. Lange Zeit war selbst sein Geburtsjahr ein Geheimnis. Bis seine in die USA geflüchtete Tante, Ko Yong Suk, der "Washington Post" ein Interview gab und Kims Geburtstag auf den 8. Januar 1982 festsetzte. Zu seinem achten Geburtstag wurde Kim eine Generaluniform geschenkt, erzählt Tante Ko dem Blatt. Ab dem selben Zeitpunkt mussten sich auch die Obersten des Nordkoreanischen Militärs vor Kim verneigen.

Tante berichtet: Kim lebte in der Schweiz undercover - samt Koch, Dienstmädchen und Fahrer

Im Jahr 1993 ging Ko Yong-hi an der Seite ihres Neffen in die Schweiz. Dort besuchte Kim die Schule, in die er am liebsten mit Adidas-Trainingsanzügen und Nike-Turnschuhen ging. Jedoch nicht als Diktatoren-Sohn, sondern unter dem Namen "Pak-un" und angeblicher Spross eines Botschaftsangestellten. Der Schein eines relativ normalen Lebens. Dabei lebte er mit der Tante, die sich als seine Mutter ausgab, im Luxus - inklusive Koch, Hauslehrer, Dienstmädchen und eigenem Chauffeur. Er besuchte zunächst die die "International School" (ISB) in Gümligen bei Bern, welche er 1998 verließ und auf die "Liebefeld Steinhölzli Schule" in Köniz bei Bern wechselte. 2000 wurde er ohne Begründung und Abschluss von der Schule abgemeldet.

Besessen vom Basketball und schlecht in Mathe - Kim Jong-un war kein Musterschüler

Über den Schüler Kim Jong-un gibt es widersprüchliche Angaben. Von der"Liebefeld Steinhölzli Schule" heißt es, er sei ein fleißiger, gut integrierter und ehrgeiziger Junge gewesen. Dabei war er angeblich schüchtern, verstand sich jedoch mit seinen Mitschülern gut und war zudem ein guter Schüler. Dies deckt sich jedoch nicht mit den Angaben seiner Tante, die ihn als schlechten Schüler beschreibt, der die Schule vernachlässigte. Wie die "SonntagsZeitung" berichtet, sollen seine Noten entsprechend schlecht gewesen sein. In Mathe habe er nur eine 4 gehabt, in Deutsch und Englisch sogar eine 5. In Sport erreichte der basketballvernarrte Schüler eine 2. Ein Wunder scheinen die schlechten Zensuren nicht zu sein, sieht man wie selten Kim am Unterricht teilnahm. In einem Schuljahr kam er auf 105 Fehltage. Ein ehemaliger Mitschüler beschreibt ihn als leicht reizbaren Außenseiter, der immer in Begleitung eines älteren Schülers war, der von den anderen als Leibwächter angesehen wurde. Spielte Kim Basketball, wurde er angeblich von Zuschauern asiatischen Aussehens umjubelt. Von 2002 bis 2007 soll Kim die Kim-Il-sung-Universität in Pjöngjang besucht haben.

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