Pädophile am Pranger?: Polen stellt Sexualstraftäter-Datenbank ins Netz

In Polen sind nun Namen, Aufenthaltsorte und Fotos von Sexualstraftätern öffentlich einsehbar. In einer Datenbank kann man nun knapp Daten von 800 verurteilten Straftätern abrufen.

Stellt Polens Justizminister Pädophile nun an den Pranger? Bild: Fotolia / Nick Langer

Das polnische Justizministerium hat ein Register mit Namen und Fotos von rund 800 verurteilten Sexualstraftätern online gestellt. Die Datenbank ist seit Jahresbeginn auf der Webseite desMinisteriums öffentlich zugänglich, wie die Behörde mitteilte. Sie enthalte Daten wie Namen, Geburtsorte, Aufenthaltsorte und Fotos der gefährlichsten Sexualverbrecher sowie Informationen über die von ihnen begangenen Taten.

Schutz von Kindern wichtiger als Schutz der Anonymität der Täter

Es handele sich vor allem um Pädophile, die Kinder unter dem 15 Lebensjahr missbraucht hätten, sowie besonders brutale Vergewaltiger, hieß es. Das Register wird demnach laufend aktualisiert. Das Justizministerium wolle damit - unter anderem dem Vorbild der USA folgend - Kriminelle besser kontrollieren und Verbrechen vorbeugen. «Das Recht auf den Schutz unserer Kinder steht über der Anonymität von Verbrechern», sagte Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro.

Die Einsicht eines erweiterten Registers mit rund 2600 Sexualtätern, die unter anderem auch wegen Kinderpornografie verurteilt wurden, ist nur nach vorheriger Registrierung für bestimmte Institutionen und Behörden einsehbar. Das Justizministerium fordert unter anderem Schuldirektoren auf, ihr Personal vor der Einstellung mithilfe der Datenbank zu überprüfen. Würden verurteilte Sexualverbrecher zur Arbeit mit Kindern eingestellt, drohten Geld- oder Haftstrafen.

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bua/news.de/dpa

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