Militärmanöver "Sapad": Russland probt Bombardierung von Deutschland

Das Verhältnis des Westen zu Russland ist seit der Krim-Krise stark belastet. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Nun soll das russische Militär in einem großen Militärmanöver namens "Sapad" die Einnahme Westeuropas geübt haben.

Bei Operation "Sapad" wurde angeblich auch die Einnahme Europas geprobt. Bild: dpa

Die Nato hat Russland einen klaren Verstoß gegen die gemeinsamen Transparenzregeln für Militärmanöver vorgeworfen. Die jüngste russische Übung "Sapad" (Westen) sei nach Einschätzung der Alliierten deutlich größer gewesen als angekündigt, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag nach einem Treffen von Vertretern der Bündnisstaaten und Russlands in Brüssel. Zudem habe Russland auch über das Manövergebiet ursprünglich andere Angaben gemacht.

Nato-Botschafter Alexander Gruschko wies Vorwürfe zurück

Der russische Nato-Botschafter Alexander Gruschko wies die Vorwürfe zurück. Der Westen habe keine Beweise vorgelegt und eine große Propaganda-Kampagne geführt, sagte er. Gruschko warf der Nato vor, einen intensiveren Austausch zu blockieren. Er spielte damit darauf an, dass die Nato wegen des Ukrainekonflikts zahlreiche Formate der Zusammenarbeit ausgesetzt hat. "Wenn die Nato-Staaten wirklich eine Deeskalation wollen (...), dann müssen sie Schritte unternehmen, um wieder zu normalen Beziehungen zu kommen", sagte Gruschko.

80.000 russische Soldaten bei "Sapad"-Manöver?

Konkrete Nato-Schätzungen zur russischen Übung nannte Stoltenberg nicht. Nach Angaben aus Bündniskreisen wird die Zahl der an "Sapad" beteiligten Soldaten allerdings von westlichen Militärexperten auf zwischen 60.000 bis 80.000 beziffert. Einzelne Berechnungen gehen sogar noch darüber hinaus. Moskau hatte offiziell angegeben, dass an dem "Sapad"-Manöver im September 12.700 Soldaten teilnehmen würden.

Russland soll auch Einnahme Deutschland geübt haben

Laut "bild.de" probte Russland mit dem Militärmanöver den Krieg - gegen die Nato in Europa. Demnach soll bei der Übung die schnellstmögliche Einnahme des Baltikums geprobt worden sein. Zudem wurde angeblich eine "Schock-Kampagne" gegen Westeuropa geprobt, worunter auch Deutschland als mögliches Ziel gesehen wurde. Auch betroffen gewesen seien die Niederlande, Polen, Norwegen, aber auch Schweden und Finnland.

Polen, Litauen, Lettland und Estland sehen Militär-Übung als Drohung

In der Nato wird davon ausgegangen, dass Russland durch die Angabe der niedrigen Zahl Transparenzverpflichtungen umgehen wollte. Bei mehr als 13.000 Soldaten muss ein Mitgliedsland der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine umfangreiche Beobachtung der Übung ermöglichen. Selbst das Überfliegen des Manövergebiets und Gespräche mit beteiligten Soldaten wären dann erlaubt. Vor allem Länder wie Polen, Litauen, Lettland und Estland sehen die russische Großübung an ihrer Grenze als Drohgebärde.

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gea/news.de/dpa

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