Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Total versagt! Regierung gesteht Fehler im Fall Anis Amri

Für Angehörige und Verletzte ist es ein schwerer Gang. Am Jahrestag des Terrors auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ist der Horror bei ihnen noch immer präsent. Der Bundesregierung räumt Versäumnisse ein.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Berliner Weihnachtsmarktanschlags hat die Bundesregierung Fehler eingeräumt. Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat die Bundesregierung Versäumnisse eingeräumt und die Opfer umEntschuldigung gebeten. "Wir waren nicht ausreichend auf die Folgen eines solchen Terroranschlags für die Betroffenen vorbereitet. Dafür können wir uns bei den Opfern und Hinterbliebenen nur entschuldigen", schrieb Maas am Dienstag im "Tagesspiegel".

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Bundesregierung räumt Fehler ein

Der SPD-Politiker unterstützte den Vorschlag des Opferbeauftragte der Bundesregierung, Kurt Beck, Verletzte und Hinterbliebene besser finanziell zu unterstützen sowie unabhängig von Nationalität und benutzter Tatwaffe einheitlich zu entschädigen. Er stellte sich auch hinter Becks Vorschlag, eine zentrale Koordinierungsstelle einzurichten, damit Opfer und Angehörige bei einem künftigen Anschlag sofort einen direkten Ansprechpartner auf Bundesebene hätten.

Anis Amri tötete 12 Menschen bei LKW-Anschlag

Der tunesische Attentäter Anis Amri war am Abend des 19. Dezember 2016 mit einem gekaperten Laster in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Bei dem schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland starben zwölf Menschen. Annähernd 100 wurden nach jüngsten Angaben Becks verletzt. Amri wurde wenige Tage später auf der Flucht in Mailand von italienischen Polizisten erschossen. Viele Verletzte und Angehörige hatten sich danach über mangelnde Betreuung, fehlende Ansprechpartner und schleppende Entschädigungen beklagt.

Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Anschlags

Am ersten Jahrestag des Anschlags waren am Dienstag in Berlin mehrere Gedenkveranstaltungen geplant. Am Ort des Attentats vor der Gedächtniskirche wird im Beisein von Angehörigen der Opfer ein Mahnmal vorgestellt. Ein knapp 17 Meter langer, goldener Riss im Boden soll den tiefen Einschnitt im Leben der Betroffenen symbolisieren. In den Treppenstufen vor der Kirche sollen zudem die Namen der Toten aus sechs Staaten die Erinnerung wachhalten.

Bundespräsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel gedenken der Opfer

Zu dem zunächst nicht öffentlichen Gedenken auf dem abgesperrten Breitscheidplatz wurden auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Steinmeier wollte zu den Angehörigen der Toten und Verletzten bei einer Andacht in der Kirche sprechen. Am Nachmittag war eine Gedenkstunde im Berliner Abgeordnetenhaus geplant. Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hatte einen "Tag der Stille, Ruhe und der Einkehr" angekündigt. Insgesamt wurden rund 80 Opfer und Angehörige sowie rund 40 Helfer zu den Veranstaltungen erwartet.

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