Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Total versagt! So leicht hätte Anis Amri gestoppt werden können

Fast ein Jahr nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt kommen immer mehr Ermittlungspannen ans Licht. Mehrmals hätten die Behörden die Möglichkeit gehabt, den Anschlag zu verhindern. Gehandelt wurde nicht.

Im Fall Anis Amri sind neue Ermittlungspannen bekannt geworden. Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Am 19. Dezember 2016 raste der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem gestohlenen LKW über den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche und tötete dabei elf Menschen. Auch ein Jahr nach dem Terrorakt sind noch immer viele Fragen offen. Doch immer mehr wird deutlich, dass die Behörden im Vorfeld versagt haben.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Wussten Behörden nicht, wo Anis Amri steckt?

Wie der RBB und die "Berliner Morgenpost" berichten, hätten die Berliner Behörden Anis Amri schon vor dem Anschlag aus den Augen verloren. Bereits Ende Oktober stellte das LKA in Nordrhein-Westfalen eine Anfrage über den Aufenthaltsort des Islamisten an ihre Kollegen in der Hauptstadt. Trotz der Bitte um eine zeitnahe Reaktion sei die Anfrage jedoch unbeantwortet geblieben. Zurzeit ist noch unklar, ob es sich um ein Versäumnis handelt oder die Polizei einfach nicht wusste, wo Amri steckt. Schon im Vorfeld gab es Abstimmungsprobleme zwischen den beiden Behörden.

Anis Amri hätte vor dem Anschlag abgeschoben werden können

Auch der "Focus" behauptet, Einblick in den E-Mail-Verkehr zwischen den Behörden in NRW und Berlin gehabt zu haben. Demnach hätte Amri spätestens zwei Monate vor dem eigentlichen Anschlag abgeschoben werden können. Bislang wurde die unterlassene Abschiebung damit begründet, dass sich tunesische Behörden im Vorfeld geweigert hätten, Anis Amri als tunesischen Staatsbürger anzuerkennen. Laut dem "Focus" hätte ein BKA-Beamter in Tunesien jedoch bereits am 21. Oktober 2016 offiziell die Bestätigung erhalten, dass Amri Tunesier sei. Drei Tage später informierte das BKA das LKA in NRW sowie die Behörden in Berlin. Warum er dennoch nicht abgeschoben wurde, bleibt unklar.

Warum wurde Amris Terror-Helfer abgeschoben?

Schneller ging die Abschiebung hingegen beim Tunesier Bila Ben Ammar. Laut dem "Focus" soll er vor dem Anschlag Kontakt zu Anis Amri gehabt und ihm Fotos der Zufahrten zum Berliner Weihnachtsmarkt geschickt haben. Laut Polizei sollen sich beide am Abend vor dem Anschlag in einem arabischen Lokal getroffen haben. Auch ein Telefonat fünf Stunden vor dem Attentat sei belegt. Obwohl gegen ihn wegen Mordes ermittelt wurde, wurde er Anfang Februar 2017 abgeschoben. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

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FOTOS: Eine Chronologie des Terrors Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt
zurück Weiter Der Unglücksort, kurz nachdem der LKW in den Weihnachtsmarkt gerast ist. (Foto) Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa Kamera

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jat/gea/news.de

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