Armutsgefährdung in Deutschland: Altersarmut! In 230 Berufen reicht später die Rente nicht

Arm trotz Arbeit - das Risiko hierfür ist weit verbreitet in Deutschland, vor allem bei Befristungen und Teilzeit. Das macht sich später auch bei der Rente bemerkbar. Eine Studie zeigt: In 230 Berufsgruppen droht Altersarmut.

Fast jeder 10. Deutsche verdient so wenig, dass er trotz Job in Armut lebt. Das hat dramatische Konsequenzen für die Rente. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Armutsgefährdung von Beschäftigten in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen,zuletzt aber etwas gesunken. Aktuell ist fast jeder zehnte Erwerbstätige armutsgefährdet. Das geht aus aktuellen Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat hervor, auf die die Linken im Bundestag aufmerksam gemacht haben.

Fast jeder 10. Deutsche trotz Arbeit von Armut bedroht

Waren im Jahr 2006noch 5,5 Prozent der Erwerbstätigen von Armut bedroht, sind es im vergangenen Jahr 9,5 Prozent gewesen. Im Jahr davor waren es 9,7, 2014 noch 9,9 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer einschließlich staatlicher Transfers weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielt. Bereits im Sommer hatte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie auf das verbreitete Armutsrisiko auch unter Beschäftigten hingewiesen. Die Studienautoren kamen zu dem Fazit, dass der Zusammenhang zwischen Beschäftigungswachstum und Armut komplizierter als gemeinhin angenommen sei.

Teilzeit und Befristung erhöht Armutsrisiko

Ein Hintergrund ist, dass das Beschäftigungswachstum in Deutschland auch auf dem Anwachsen der Teilzeitstellen und anderer atypischer Beschäftigungsverhältnisse beruht. Laut Eurostat ist bei Teilzeit- und befristet Beschäftigten das Armutsrisiko deutlich höher. Im vergangenen Jahr waren 15,2 Prozent der Teilzeitbeschäftigten von Armut bedroht. Bei befristet Beschäftigten liegt die Armutsgefährdung bei 20,5 Prozent.

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