Korea-Konflikt: Österreich druckt Pässe für Nordkorea - und gibt diese weiter

Österreich findet sich in einer seltsamen Verstrickung im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea wieder. Nordkorea gab in der österreichischen Staatsdruckerei Pässe in Auftrag. Doch dann kam Südkorea ins Spiel.

Kim Jong-uns Regime hat in Österreich Reisepässe geordert. Bild: dpa

War Österreich in eine zweifelhafte Spionageaktion verwickelt? Das zumindest ergaben Recherchen von ZIB2, "profil" und "Standard". Danach soll die Staatsdruckerei Österreichs Pässe für Nordkorea hergestellt haben. Dabei seien sie von Südkorea um angeblich mindestens drei Blanko-Pässe ersucht worden.

Nordkorea gab 200.000 Pässe in Österreich in Auftrag

Bereits 2015 soll Nordkorea in Österreich 200.000 Pässe in Auftrag gegeben haben. Die österreichische Staatsdruckerei wurde vor 17 Jahren privatisiert. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht direkt zu dem Thema, ließ aber mitteilen bei "Kommunikation zu Kunden und Nichtkunden" strikte Vorgaben zu haben. Was auch immer das heißen mag. Das Innenministerium Österreichs ließ zumindest verlauten, von dem Auftrag aus Nordkorea gewusst zu haben. Es habe jedoch "aus Sicherheitsperspektive dazu keine Bedenken" gegeben. Pässe würden schlichtweg nicht unter die Embargobestimmungen der UNO fallen. Daher gab es dann auch vom Wirtschaftsministerium grünes Licht für den Export der Pässe. Lediglich das Außenministerium habe Bedenken geäußert.

Österreich gab Blankopässe für Nordkorea an Südkorea heraus

Doch damit ist die Verstrickung Österreichs noch nicht vorbei. Denn nach Recherchen von "profil" und "Standard", habe Südkorea in einem Schreiben an das österreichische Innenministerium einige Blankopässe angefordert. Der südkoreanische Geheimdienst in Wien soll dazu ein entsprechendes anonymes Schreiben verfasst haben. Gegenleistung? Kostenloser Urlaub für die Involvierten in Südkorea. Das Innenministerium bestätigte zumindest, dass Südkorea "Musterexemplare, die Schulungs- und Anschauungszwecken dienen" angefordert habe. Südkorea wolle so "eventuelle Falschdokumente" besser erkennen.

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gea/sba/news.de

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