26.10.2017, 15.44 Uhr

König Bhumibol: Seine Beerdigung verschlingt unglaubliche 75 Millionen Euro

Mit Pomp und Prunk verabschiedet sich Thailand von seinem alten König Bhumibol. Nach einer Prozession wird der Leichnam am Abend eingeäschert. Das Spektakel folgt einem Jahrhunderte alten Ritual. Es gibt aber auch moderne Elemente.

Mehr als ein Jahr nach seinem Tod nimmt Thailand endgültig Abschied von König Bhumibol. Mit einer prunkvollen Prozession wurde die Urne am Donnerstag in Bangkok aus dem Großen Palast zum Ort der Verbrennung gebracht. Mehr als 100.000 Menschen - alle in schwarz - knieten am Rand der zwei Kilometer langen Strecke nieder. Der Leichnam soll am Abend in einer prunkvollen Zeremonie eingeäschert werden.

Abschied von König Bhumibol: Er war der am längsten regierende Monarch der Welt

Bhumibol hatte sieben Jahrzehnte an der Spitze des Landes gestanden. Er starb im vergangenen Oktober im Alter von 88 Jahren. Damals war er auch der am längsten regierende Monarch der Welt. Seither lag der konservierte Leichnam im GroßenPalast, der alten Residenz von Thailands Königen. Zu der Trauerfeier kamen Staatsgäste aus aller Welt, darunter auch viele Angehörige von anderen Königshäusern. Deutschland wird von Ex-Bundespräsident Christian Wulff vertreten.

So prunkvoll verläuft die Trauerfeier für König Bhumbol von Thailand

Die Trauerzeremonie folgt einem Ritual, wie es in Thailand (früher: Siam) schon seit Jahrhunderten bei der Feuerbestattung von Königen üblich ist. Im Buddhismus werden Tote traditionell verbrannt. Beteiligt waren mehrere tausend Soldaten und Höflinge in farbenprächtigen Uniformen. Neben traditioneller Musik wurden aber auch Eigen-Kompositionen des verstorbenen Königs gespielt. Bhumibol - auch bekannt als Rama IX. - war ein großer Jazz-Liebhaber.

Im Mittelpunkt der Prozession stand eine Königliche Urne, die zunächst getragen und dann auf einem mehr als 200Jahre alten goldenen Streitwagen aus Holz durch die Straßen gezogen wurde. Die Urne ist allerdings symbolischer Art: Der Leichnam des Monarchen wurde bereits am Vorabend in aller Stille in einem Sarg zum Sanam-Luang-Feld gebracht, wo Thailands Könige traditionell eingeäschert werden. Bhumibol hatte als erster Monarch verfügt, in einem Sarg verbrannt zu werden.

Sohn Maha Vajiralongkorn (Rama X.) wird neuer Thailand-König

Wegen des Abschieds vom alten Monarchen wurde der Donnerstag in Thailand zum gesetzlichenFeiertag erklärt. Neuer König des 67-Millionen-Einwohner-Staats ist nun Bhumibols einziger Sohn Maha Vajiralongkorn. Der 65-Jährige ist allerdings noch nicht gekrönt. Der neue König marschierte in einer schwarz-roten Uniform in der Prozession auch selbst mit - unter einem Schirm, den ein Diener für ihn trug. Auch Militärmachthaber Prayut Chan-o-cha, der seit einem Putsch 2014 an der Regierung ist, nahm teil.

Trauerzeremonie live im thailändischen Fernsehen übertragen

Von den Menschen am Straßenrand hatten viele trotz Regenzeit nächtelang am Rande des Prozessionswegs übernachtet, um sich einen guten Platz zu sichern. Die Zeremonie wurde von allen großen thailändischen Fernsehsendern live übertragen. Im ganzen Land wurden zudem mehrere Dutzend Nachbildungen des Krematoriums aufgestellt, damit die Menschen dem toten König die letzte Ehre erweisen können.

75 Millionen Euro: So teuer ist Bhumibols Trauerfeier

Die Kosten der Trauerzeremonie werden auf umgerechnet etwa 75 Millionen Euro geschätzt. In zehnmonatiger Arbeit wurde dazu auch eigens ein Krematorium gebaut: ein 58 Meter hohes Modell des mythischen Bergs Meru, der für Buddhisten und Hindus Mittelpunkt des Universums ist. Dem Glauben nach steigt die Seele des Königs mit der Verbrennung in den Himmel auf. Die Asche wird künftig in einem Tempel aufbewahrt, der zum Großen Palast gehört.

FOTOS: Loy Krathong Beim Lichterfest zeigt sich Thailand von seiner schönsten Seite
zurück Weiter Beim Lichterfest zeigt sich Thailand von seiner schönsten Seite (Foto) Foto: lazyllama/Shutterstock.com/spot on news Kamera

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/kns/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser