Beseitigung von Kim Jong Un?: Hacker-Angriff! Nordkorea klaut US-Militärdaten

Nordkoreanische Hacker haben nach Medienberichten möglicherweise hunderte von vertraulichen Militärdokumenten aus Südkorea gestohlen. Darin enthalten sei auch ein Plan zur Beseitigung von Kim Jong Un.

Kim Jong Un bei einem angeblichen Test einer Mittelstreckenrakete. Bild: dpa

Unter den Dokumenten hätten sich auch ein mit "Operationsplan 5015" betitelter geheimer Einsatzplan der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte für die Beseitigung der nordkoreanischen Führung um MachthaberKim Jong Un im Ernstfall befunden sowie Informationen über militärische Einrichtungen, berichtete die Zeitung "The Korea Times" (Mittwoch) unter Berufung auf den Abgeordneten Rhee Cheol Hee von der regierenden Demokratischen Partei Koreas. Der Hackerangriff soll bereits im September 2016 erfolgt sein.     

Hacker-Attacke auf US-Verteidigungsministerium in Seoul wohl umfangreicher

Die Attacke war den Angaben zufolge bei weitem umfangreicher, als das Verteidigungsministerium in Seoul zugegeben habe. Die Behörde hatte laut der "Korea Times" im Mai dieses Jahres zwar eingeräumt, dass ihr Computernetz Ziel eines Hackerangriffs gewesen sei, doch sei der Datenklau demnach "nicht ernsthaft" gewesen. Rhee selber habe sich bei seinen Angaben auf Informanten des Ministeriums berufen. Demnach wurden 80 Prozent des entwendeten Materials mit einem Datenvolumen von 235 Gigabyte bisher noch nicht identifiziert.

Südkorea fürchtet Cyber-Attacken aus Nordkorea

Die Angst vor Cyber-Attacken ist im stark vernetzten Südkorea groß. Als das Cyber-Kommando der Streitkräfte Ende des vergangenen Jahres das Ziel eines Hackerangriffs geworden war, wurde ebenfalls Nordkorea dahinter vermutet. Das Kommando wurde 2010 gegründet, um das Militär vor solchen Attacken zu schützen. Seoul warf dem verfeindeten Nachbarland in den vergangenen Jahren mehrfach vor, Internetseiten von Behörden gehackt zu haben. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe. 

USA schicken US-Bomber auf Übungsflug Richtung Nordkorea

Die USA demonstrieren derweil Stärke. So haben zwei US-Bomber zusammen mit japanischem und südkoreanischem Jagdschutz einen Übungsflug über dem Japanischen Meer in der Nähe der koreanischen Halbinsel absolviert. Das teilte das US-Militär in der Nacht zum Mittwoch auf seiner Website mit. Die strategischen B1B-Langstreckenbomber seien von je zwei F-15-Jagdflugzeugen der japanischen und südkoreanischen Luftstreitkräfte begleitet worden. Mit der Übung sei die "unerschütterliche Bündnistreue" der USA zum Erhalt von Sicherheit und Stabilität der Region demonstriert worden.

Schon im September hatten die USA B1B-Bomber zu sogenannten Abschreckungsübungen nach Südkorea geschickt. Damals wurden Bombenabwürfe an der Grenze zu Nordkorea simuliert.

EU verhängt weitere Sanktionen gegen Nordkorea nach Resolution des UN-Sicherheitsrats

Die Europäische Union verhängte angesichts der Atomkrise mit Nordkorea weitere Sanktionen gegen das kommunistische Land. So werden unter anderem der Verkauf von Flüssiggas an Nordkorea und der Import von Textilien von dort verboten, wie der Ministerrat am Dienstag mitteilte. Auch sollen EU-Staaten keine neuen Arbeitserlaubnisse an Nordkoreaner erteilen.

Die EU setzt damit eine Resolution des UN-Sicherheitsrats vom 11. September um. Hintergrund sind die wiederholten Raketen- und Atomversuche Nordkoreas, die gegen frühere UN-Beschlüsse verstoßen. Unabhängig von den UN-Sanktionen arbeitet die EU an eigenen Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Pjöngjang.

FOTOS: Kim Jong Un Chronik seines grausamen Regimes

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kad/news.de/dpa

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