Brexit 2017: May legt erstes Angebot für britischen EU-Austritt vor

Droht in Großbritannien lebenden EU-Bürger nach dem Brexit die Vertreibung? Nach einem Angebot der britischen Premierministerin Theresa May ist diese Sorge wohl unbegründet.

Theresa May hat beim EU-Gipfel in Brüssel konkrete Vorschläge für den Brexit gemacht. Bild: Virginia Mayo/dpa

Großbritannien hat ein erstes konkretes Angebot für die Brexit-Verhandlungen vorgelegt und damit Anklang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gefunden. Nach dem britischen Vorschlag sollen alle 3,2 Millionen EU-Bürger im Vereinigten Königreich eine Chance auf ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen. Das sei ein "guter Anfang", sagte Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs geht am Freitag mit Beratungen über Wirtschaft, Handel und Migrationspolitik weiter.

Brexit-Verhandlungen: Theresa May macht konkrete Vorschläge zum EU-Ausstieg

Die britische Premierministerin Theresa May hatten den Staats- und Regierungschefs der verbleibenden EU-Staaten am Donnerstagabend vorgeschlagen, wie nach dem Brexit die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien gesichert werden könnten. Wer derzeit rechtmäßig im Vereinigten Königreich lebt, soll demnach nicht gezwungen werden, das Land zu verlassen. Das Angebot ist Teil der Brexit-Verhandlungen, die Anfang der Woche offiziell begonnen hatten und Ende März 2019 zum Austritt Großbritanniens aus der EU führen sollen.

Merkel sieht noch viele offene Fragen beim Brexit

Merkel betonte, es gebe bei den Verhandlungen noch viele offene Punkte. So seien auch finanzielle Fragen sowie das Verhältnis Großbritanniens zur Republik Irland zu klären. "Wir haben hier noch viel zu tun bis Oktober", sagte sie mit Blick auf den Brexit-Fahrplan. Dieser sieht vor, dass bis zum Herbst die Bedingungen der Trennung und die finanziellen Pflichten Londons geklärt sind. Anschließend soll es bis Oktober 2018 um Eckpunkte der künftigen Beziehungen gehen.

Österreichs Regierungschef Christian Kern sagte: "Also wir sind jetzt gerade mal an der Startlinie dieses Prozesses - und wissen noch nicht, ob es ein 100-Meter-Lauf wird oder doch ein Marathon."

Erfahren Sie mehr: Startschuss für britischen EU-Austritt gefallen.

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