01.06.2017, 10.32 Uhr

Martin Schulz bei der Bundestagswahl 2017: Promi-Hilfe! So will der SPD-Kanzlerkandidat punkten

Für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geht der Wahlkampf in die heiße Phase. Um Wählerstimmen zu gewinnen, hat Schulz einen Fünf-Punkte-Plan für ein starkes Europa erarbeitet - und sich hochkarätige Schützenhilfe im Wahlkampf gesichert.

Für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geht der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 in die heiße Phase. Bild: Bernd von Jutrczenka / picture alliance / dpa

Am 24. September steht die Bundestagswahl 2017 an - für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geht's dann um die Wurst. Im Wahlkampf setzt Schulz auf einen Fünf-Punkte-Plan, der die Marschrichtung für ein gestärktes Europa vorgeben und den Länderbund für die Auseinandersetzung mit den USA wappnen soll.

Martin Schulz im Wahlkampf: "Europa muss selbstständiger werden"

Die "peinlichen und würdelosen Auftritte" von US-Präsident Donald Trump bei Nato- und G7-Gipfel hätten gezeigt, dass Europa selbstständiger werden müsse. "Ein starkes Europa ist entscheidend für unseren Frieden, für unseren Wohlstand und für unsere Sicherheit", sagte Schulz am Mittwoch bei einem Wirtschaftsempfang der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.

So will Schulz die EU-Reform antreiben

Konkret stellte der Kanzlerkandidat fünf Punkte für eine EU-Reform vor:

  • eine vertiefte Wirtschafts- und Finanzpolitik mit eigenem Haushalt für die Eurozone
  • ein wertegebundener Außenhandel
  • eine gemeinsame Migrations- und Asylpolitik
  • eine Fortsetzung des ehrgeizigen Klimaschutzes (auch ohne die USA) und
  • eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Martin Schulz attackiert Angela Merkel im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017

Der SPD-Chef warf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) indirekt vor, die Europapolitik vernachlässigt zu haben: Er selbst habe seine Begeisterung für Europa "nicht im Bierzelt" entdeckt. "Für ein vereintes Europa zu kämpfen war und ist eine Herzensangelegenheit", sagte der frühere EU-Parlamentspräsident. Merkel war nach dem weitgehend gescheiterten G7-Gipfel bei einem Wahlkampfauftritt in einem Bierzelt in Bayern auf Distanz zu Trump gegangen.

Schulz sagte, mit der altbekannten Taktik des "Weiter so" komme man in Europa nicht voran. "Wer glaubt, die Zukunft von Deutschland würde alleine in Deutschland entschieden, der irrt sich in dramatischer Art und Weise. Nur in einem starken Europa ist auch Deutschland dauerhaft stark", sagte Schulz.

Passend dazu: Umfrage-Schock! Schulz und die SPD versinken.

Schulz fordert vorläufigen Abschiebestopp für Afghanen

Nach dem verheerenden Anschlag in Kabul hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen vorläufigen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Afghanistan gefordert. "Ich glaube, dass wir im Lichte der Ereignisse des gestrigen Tages zunächst einmal nicht weiter abschieben sollten", sagte der Parteivorsitzende am Donnerstag beim WDR-Europaforum in Berlin. Das Auswärtige Amt müsse nun die Sicherheitslage neu bewerten. Dann müsse auf dieser Grundlage entschieden werden, ob und wann die Abschiebungen wieder aufgenommen werden könnten. Zurzeit seien sie "kein vertretbares Instrument", sagte Schulz.

Unterstützung im Wahlkampf: Diese Spitzenpolitiker stehen Martin Schulz bei

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 kann sich Martin Schulz auf Unterstützung aus den eigenen Reihen verlassen. Wie die "Bild" berichtet, habe sich der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ebenso beim SPD-Parteitag Mitte Juni angekündigt wie Boris Pistorius, der aktuell des Amt des Innenministers in Niedersachsen bekleidet.

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