Brexit News 2017: Theresa May erhebt schwere Vorwürfe gegen EU

Der Ton zwischen Großbritannien und Brüssel wird rauer. Theresa May bezichtigt EU-Experten, Einfluss auf die vorgezogene Neuwahl nehmen zu wollen. Wahlkampf und Brexit vermischen sich immer mehr.

Theresa May schmecken die Verhandlungspositionen der EU ganz und gar nicht. Bild: dpa

Krach zwischen London und Brüssel: Premierministerin Theresa May wirft EU-Vertretern vor, mit Drohungen die britische Parlamentswahl beeinflussen zu wollen. "Es gibt einige in Brüssel, die die Brexit-Gespräche nicht zum Erfolg bringen wollen", sagte sie am Mittwoch in London. Namen nannte sie aber nicht.

Theresa May setzt alles auf die Neuwahlen am 8. Juni

EU-Chefunterhändler Michel Barnier warnte seinerseits vor der Illusion, dass der Brexit schmerzfrei sei und rasch vereinbart werden könne. Er stelle sich auf höchst komplizierte Verhandlungen ein. Die vorgezogene Neuwahl des Parlaments ist am 8. Juni. May erhofft sich davon mehr Rückendeckung für die Brexit-Gespräche mit Brüssel.

Rechnung der "Financial Times" - schuldet Großbritannien der EU 100 Milliarden Euro?

Anlass des zwischen EU-Partnern ungewöhnlich scharfen Schlagabtauschs war unter anderem ein Bericht der "Financial Times", wonach die EU Großbritannien beim Brexit mehr als 100 Milliarden Euro in Rechnung stellen könnte - eine Zahl, die allerdings von der EU nicht bestätigt wurde. Zudem hatten Informationen aus der EU-Kommission in London Empörung ausgelöst, wonach May sich Illusionen über positive Folgen des Brexits mache und "in einer anderen Galaxie" lebe.

May: Verhandlungspositionen zwischen EU und Großbritannien verhärten sich

Die Verhandlungsposition der Europäischen Kommission hat sich nach Worten von May verhärtet: "Von europäischen Politikern und Beamten wurden Drohungen gegen Großbritannien ausgestoßen." Die Äußerungen seien gezielt so gesetzt worden, dass sie die Parlamentswahl beeinflussten, sagte May. "Wir glauben weiterhin, dass kein Deal für Großbritannien besser ist als ein schlechter Deal".

Die 27 verbleibenden Länder der Europäischen Union hatten bei einem Sondergipfel am Samstag ihre Leitlinien für die Brexit-Verhandlungen verabschiedet. Am Mittwoch legte EU-Chefunterhändler Barnier dann auf dieser Grundlage einen detaillierten Forderungskatalog für die Erste Verhandlungsphase vor.

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