Wladimir Putin und Donald Trump: So soll Russland die US-Wahl manipuliert haben

US-Geheimdienste sollen Dokumente vorliegen, aus denen ersichtlich wird, dass Putin Einfluss auf den Wahlkampf in den USA genommen hat. Ziel: Der neue Präsident sollte Donald Trump heißen. Was steckt dahinter?

Wie nah standen sich Putin und Trump wirklich während des US-Wahlkampfes? Bild: dpa

US-Geheimdiensten sollen angeblich Dokumente vorliegen, in denen ersichtlich wird, dass Putin und spezifisch sein "Russisches Institut für Strategische Studien" (RISS), Einfluss auf die Präsidentschaftswahl in den USA genommen haben. Dabei sollen vor allem Propaganda-Kampagnen pro Trump (70) gewesen sein und Hillary Clinton (69) diskreditiert haben. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur "Reuters", welche entsprechende Informationen vorliegen.

Dokumente sollen Einflussnahme Putins auf US-Wahl belegen

Die Dokumente sollen beweisen, dass das russische Institut einen Plan zur Beeinflussung der US-Wahl entwickelt haben soll, mit dem Ziel, die Präsidentschaftswahl zu Gunsten Donald Trumps zu beeinflussen und gleichzeitig das Vertrauen der US-Bürger in ihr eigenes Wahlsystem zu schwächen. Dazu habe das russische Institut Dokumente verfasst, auf welche sich die US-Geheimdienste nun nach ihren Auswertungen stützen.

Propaganda soll Trump gestützt und Clinton diskreditiert haben

RISS ist eine von Präsident Wladimir Putin gegründete Institution - von Ex-Geheimdienstlern geleitet. Und scheinbar war die Manipulation der Wahl von langer Hand geplant. Die ersten Dokumente sollen von Juni 2016 stammen. In den Papieren wird empfohlen, eine Propaganda-Kampagne in Gang zu bringen, die in sozialen Medien und russischen Auslandsmedien wie "Russia Today" und der "Sputnik News Agency" verbreitet wird. Selbige sendeten während des Wahlkampfs Anti-Clinton-Beiträge und nahmen eine Pro-Trump-Haltung ein, so die "Bild".

Wladimir Putin über Donald Trump: Schlechteste Beziehung zu USA seit langem

Doch wie sind diese Informationen wirklich einzuschätzen? Bisher wurden keine der Dokumente veröffentlicht. Tatsächlich scheint eine Verbindung zwischen Trump, dessen Team und dem Kreml zu bestehen. Allerdings ist es fraglich, welchen Umfang diese Verbindung hat. Putin äußerte nach dem amerikanischen Angriff auf eine syrische Militär-Basis, dass die Beziehungen zwischen Russland und den USA noch nie so schlecht gewesen seien, wie unter Trump.

Wie viel Nutzen zieht Putin aus der Präsidentschaft Trumps?

Kalkül? Wohl kaum. Die Spannungen zwischen Russland und den USA erinnern an die Zeiten des Kalten Krieges. Selbst wenn Putin Einfluss auf die Wahl genommen hat, ist es nur schwer abzuschätzen, wie groß die Vorteile eines Präsidenten Trumps für Russland wirklich sind. Clinton hätte die harte Linie Obamas wohl auf jeden Fall weitergeführt. Trump hingegen ist unberechenbar, weil er scheinbar lediglich aus Impulsen heraus handelt. Am Ende war die neue US-Präsidentschaft für Putin wohl so, wie für die Amerikaner selbst: Eine Wahl zwischen Regen und Traufe.

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gea/koj/news.de

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