18.04.2017, 14.29 Uhr

Donald Trump vs. Kim Jong-Un: Wie nah stehen wir vor einem Atomkrieg?

Spätestens seit den amerikanischen Luftangriffen auf eine syrische Militärbasis sind die sensiblen Antennen wieder auf vollen Empfang geschaltet. Denn auch Nordkorea schreckt vor Militärschlägen nicht zurück, um bei den großen Mächten nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un testet in regelmäßigen Abständen Raketensysteme. Bild: Kcna / picture alliance / dpa

Zwei Unberechenbare - zwei Bomben. Zwei Machthaber von militärischen Großmächten, die sich offensichtlich gegenseitig ausstechen wollen. Auf der einen Seite: Donald Trump - Präsident der USA und nicht durchschaubar in seinem Handeln. Auf der anderen Seite: Kim Jong-Un - Diktator von Nordkorea und ebenfalls absolut undurchsichtig in seinem Tun. Das Ergebnis? Noch unklar. Beide laufen beinahe Säbel rasselnd aufeinander zu.

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Die Faktenlage ist angsteinflößend. Donald Trump schickt Militärflugzeuge Richtung Syrien und lässt eine Militärbasis bombadieren. Vorausgegangen war hier ein mutmaßlicher Giftgasangriff auf die syrische Bevölkerung von Assads Kampftruppen. Kim Jong-Un hingegen testet weiter munter Raketensysteme, kündigt im gleichen Atemzug Atomtests an. Wem das nicht gefällt, dem droht Nordkorea mit einem Krieg.

Nordkorea warnt vor einem Atomkrieg

Nordkorea hat vor einem Atomkrieg gewarnt und droht mit weiteren Raketentests. "Wir werden weitere Raketentests durchführen - auf wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Basis", sagte Vizeaußenminister Han Song-Ryol in einem Interview der BBC - trotz aller Warnungen der USA. Sollte Amerika dabei militärisch intervenieren, werde ein "totaler Krieg" ausbrechen, sagte der nordkoreanische Minister.

Nordkorea vs. USA: Wer übernimmt die Macht im atomaren Wettrüsten

Nordkorea verfügt nach südkoreanischen Erkenntnissen über mindestens zehn, vielleicht sogar mehr als zwanzig Atombomben. Entgegen mehrerer UN-Resolutionen arbeitet das isolierte kommunistische Land an der Entwicklung weitreichender Raketen mit Atomsprengkopf - was die USA und andere westliche Staaten verhindern wollen. Nach den neuerlichen Tests, hat die USA Flugzeugträger an die südkoreanische Küste verlegen lassen.

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Auch die USA verfügen über atomare Waffen. Erst am Freitag wurden auf Geheiß der Regierung neue Abwurfkörper getestet und über Afghanistan die größte Bombe abgeworfen. Insgesamt sollen die USA laut "Sipri" über etwa 7000 nukleare Sprengköpfe verfügen. Eigentlich eine klare Machtstellung, wäre da nicht die Unberechenbarkeit des nordkoreanischen Diktators, während sich Trump noch vor seiner Regierung rechtfertigen muss.

USA provozieren Militärhandlungen Nordkoreas

Der stellvertretende nordkoreanische UN-Botschafter Kim In Ryong hielt den USA vor, die Situation mit Militärmanövern in der Region an den Rand eines Krieges zu treiben. Ein nuklearer Krieg könnte "jeden Moment" ausbrechen, sagte Kim in New York. Angesichts der "verbrecherischen Logik" und des "gefährlichen Säbelrasselns" der Vereinigten Staaten sei Nordkorea bereit, auf "jede von den USA gewünschte Form des Krieges zu reagieren".

Nordkorea-Krise: Unterstützung für Trump

Die USA haben Japan vor dem Hintergrund des Konflikts um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm Bündnistreue zugesichert. US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Dienstag zum Auftakt eines Besuchs in Tokio gegenüber Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, die USA verstünden Japans ernste Sicherheitslage und stünden "100 Prozent" hinter ihrem Bündnispartner.

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Abe wiederum äußerte seine Unterstützung für die Haltung von US-Präsident Donald Trump, dass in Bezug auf Nordkorea alle Optionen auf dem Tisch lägen. Pence hatte zuvor den Bündnispartner Südkorea besucht, wo er erklärte, dass die Politik der "strategischen Geduld" gegenüber Pjöngjang "vorbei" sei. Trump war zudem kürzlich zu einem Staatsbesuch in China. Beide Staaten wollen das Nordkorea-Problem gemeinsam angehen.

FOTOS: Kim Jong Un Chronik seines grausamen Regimes

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koj/news.de/dpa

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