09.04.2017, 09.41 Uhr

US-Flugzeugträger vor Nordkorea: Donald Trump bringt Kriegsschiffe in Stellung

Die Spannungen wegen des nordkoreanischen Atomprogramms nehmen eiter zu. US-Präsident Trump drohte zuletzt mit einem Alleingang im Konflikt mit Pjöngjang. Jetzt steuern US-Kriegsschiffe auf die koreanische Halbinsel zu. Warum?

Einer der größten US amerikanischen Flugzeugträger, die USS Carl Vinson (CVN 70), ist am Samstag Richtung Korea aufgebrochen. Bild: Dusty Howell/U.S. Navy/dpa

Angesichts wachsender Spannungen nach Raketentest durch Nordkorea verlegen die USA Kriegsschiffe in Richtung der geteilten koreanische Halbinsel. Das sagte ein Angehöriger der amerikanischen Streitkräfte dem US-Sender CNN. Dieser Schritt sei eine Reaktion auf die jüngsten "Provokationen" Nordkoreas. Das US-Pazifikkommando erklärte, der Flugzeugträger USS Carl Vinson sei am Samstag mit seinen Begleitschiffen in Singapur ausgelaufen und fahre nun in Richtung Norden, um sich im westlichen Pazifik aufzuhalten.

USA verlegen Kriegsschiffe in Richtung Koreanische Halbinsel

Es ist nicht unüblich für die USA, zusätzliche Kampfflugzeuge und Schiffe in die Region zu verlegen, um militärische Macht zu demonstrieren. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, notfalls würden die USA das Problem Nordkorea allein und ohne China lösen. Die USA befürchten vor allem, dass nordkoreanische Atomraketen eines Tages amerikanisches Festland erreichen könnten.

Nordkorea kritisierte am Sonntag den US-Militärschlag vom Freitag gegen einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien und kündigte an, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern. Der Angriff habe gezeigt, dass der Ausbau der eigenen "Atomstreitmacht" gerechtfertigt sei, wurde ein Sprecher des Außenministeriums von den Staatsmedien zitiert. Es gebe Stimmen, die den US-Angriff in Syrien auch als Warnung an Nordkorea bezeichnet hätten. Nordkorea habe aber keine Angst "vor solch einer Bedrohung".

Passend zum Thema: Lässt sich Kim Jong Un unter Druck setzen? Donald Trump droht mit US-Alleingang gegen Nordkorea

Nordkorea fühlt sich von Südkorea und den USA provoziert - und provoziert zurück

Die Führung in Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten. Die jetzt verlegten US-Kriegsschiffe waren seit dem 18. Februar auf Patrouillenfahrt im Südchinesischen Meer unterwegs. Der Flugzeugträger hatte bereits im März Südkorea angelaufen, um an einem gemeinsamen Militärmanöver der beiden verbündeten Länder teilzunehmen.

Die kommunistische Regierung in Nordkorea hatte am Mittwoch zum wiederholten Mal gegen UN-Resolutionen verstoßen und eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion. Ballistische Raketen befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe.

Donald Trump trifft sich mit Xi Jinping: Stärkere Kooperation im Nordkorea-Konflikt geplant

Nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida sagte US-Außenminister Rex Tillerson am Freitag, beide Staaten wollten im Nordkorea-Konflikt stärker kooperieren. Es gebe aber kein Maßnahmenpaket. XiJinping teile jedoch die Sicht der USA, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein "ernstes Stadium" erreicht habe. Die USA wollen Peking in dem Konflikt mit Nordkorea in die Pflicht nehmen.

Die USA und Japan haben sich ebenfalls ihrer engen Zusammenarbeit im Konflikt um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm versichert. Während eines 45-minütigen Telefonats hätten er und US-Präsident Trump die Wichtigkeit einer engen Koordination bekräftigt, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Sonntag laut japanischen Medienberichten. Das Telefongespräch der beiden Sicherheitspartner erfolgte nach Trumps Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping.

Hier lesen: "Krieg der Sterne": Gewinnt China mit DIESER Geheimwaffe jeden Krieg?

FOTOS: Kim Jong Un Chronik seines grausamen Regimes

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

lid/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser