Aktuelle Umfrage: Das denken die Deutschen wirklich über Europa

In jeder Krise steckt auch eine Chance: Für die Europäische Union bedeutet dies, aus ihren Fehlern zu lernen. Kommissionspräsident Juncker hat fünf Alternativen benannt. Die Stimmung der Bürger ist zumindest schon besser geworden. Vor allem bei einer Gruppe kommt der Staatenverbund gut an.

Was denken die Menschen wirklich über die Europäische Union? Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ungeachtet der Krisen in Europa wächst die Zustimmung der Bürger zur EU - in Deutschland und europaweit. Das geht aus einer Umfrage hervor, die von der EU-Vertretung in Berlin veröffentlicht wurde. Für 37 Prozent der Deutschen hat die Europäische Union ein gutes Image, das bedeutet eine Verbesserung um acht Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Befragung im Mai 2016. Der Anteil derer, die mit der EU ein negatives Bild verbinden, ist von 29 auf 21 Prozent gesunken. Der Rest hat ein neutrales Bild.

EU kommt in Deutschland und Europa am besten bei jungen Menschen an

Das Ansehen der Europäischen Union ist auch europaweit leicht gestiegen. 35 Prozent (+1) der Europäer haben ein gutes Bild von der EU, 25 Prozent (-2) ein schlechtes und 38 Prozent ein neutrales Bild. Am besten kommt die EU in Deutschland bei den 15- bis 24-Jährigen an. Für 45 Prozent hat die Union ein gutes Image. Auch europaweit ist die EU bei Menschen unter 25 am beliebtesten: 42 Prozent von ihnen haben ein positives Bild.

Der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, Richard Kühnel, spricht von einem "Stimmungsumschwung" und sieht auch einen Zusammenhang mit dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens und der Wahl von US-Präsident Donald Trump: "Das Bewusstsein der Menschen über Bedeutung und Chancen der EU steigt wieder", sagte er am Donnerstag (02.03.2017) der Deutschen Presse-Agentur. Er stellte fest: "Die Stimmung in Deutschland ist viel positiver als im europäischen Schnitt, vor allem unter Jugendlichen." Um populistischen Strömungen zu begegnen rät Kühnel, den Menschen zuzuhören - "und nicht nur den politischen Eliten".

Deutsche sehen in der Einwanderung das größte Problem

Eine klare Mehrheit der Deutschen (85 Prozent, +3) und der EU-Bürger (75 Prozent, +1) unterstützt dem "Eurobarometer" zufolge eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union. Als größtes Problem sehen in Deutschland 45 Prozent das Thema Einwanderung, im Mai 2016 waren es noch 56 Prozent. Für eine Erweiterung der EU sprechen sich nur 25 Prozent der Deutschen aus, 68 Prozent sind dagegen (EU-weit: 39 dafür, 51 dagegen). 64 Prozent (+12) glauben, dass die Interessen Deutschlands in der EU gut berücksichtigt werden.

Jean-Claude Juncker präsentiert Vorschläge zur Zukunft der EU

Die Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Zukunft der EU haben unterdessen ein geteiltes Echo ausgelöst. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zollte Juncker Anerkennung für sein Vorgehen. Es sei klug, "Europa und seine Mitgliedsstaaten darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht eine denkbare Zukunft gibt, sondern verschiedene", sagte er.

Juncker hatte am Mittwoch ein Papier präsentiert, in dem er fünf Szenarien skizziert, wie sich die Union in Zukunft entwickeln könnte. Sie reichen von einer radikalen Rückbesinnung auf den Binnenmarkt bis hin zu einem Modell der Vereinigten Staaten von Europa.

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lid/news.de/dpa

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