23.02.2017, 11.46 Uhr

"Wir zerschlagen Deutschland!": Ditib-Muslime hetzen auf Facebook gegen Deutschland

Die Imame des Moscheenverbandes Ditib stehen im Verdacht für die Türkei in Deutschland zu spionieren. Nun hetzten Funktionäre öffentlich gegen die Republik und die Demokratie und machen eine klare Ansage.

Ditib-Anhänger hetzten auf Facebook gegen Deutschland. Bild: dpa

Im Zusammenhang mit den Spitzel-Vorwürfen gegen den Moscheeverband Ditib hat die Türkei den deutschen Behörden eine "Hexenjagd" vorgeworfen. Statt gegen "Terrororganisationen" wie etwa die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorzugehen, finde in Deutschland eine "Verfolgung von Ditib-Mitgliedern" statt, sagte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Mittwoch in Ankara. Anschuldigungen gegen den Moscheeverband seien zudem "haltlos" und das Vorgehen gegen Ditib "politisch motiviert".

Hass gegen Demokratie und Integration

Wie das NDR-Magazin "Panorama 3" nun berichtet, mutiert Ditib zum Nährboden für Demokratiefeindlichkeit. In den sozialen Netzwerken machen Anhänger des Moscheenverbands ihrem Hass Luft. So zitiert der Vorsitzender des Ditib-Moscheevereins in Hamburg-Wilhelmsburg, Ishak Kocaman, auf Facebook regelmäßig radikale Prediger. Zu lesen sei laut dem NDR dann: "Demokratie ist für uns nicht bindend", "Uns bindet Allahs Buch, der Koran" oder "Ich spucke auf das Gesicht der Türken und Kurden, die nicht islamisch leben. Was für einen Wert haben sie schon, wenn sie keine Muslime sind."

Auf Anfrage des NDR beschwichtigt Kocaman seine Aussagen auf Facebook jedoch. Dies seien lediglich private Emotionen. Immerhin propagiert Ditib auf seiner Webseite Demokratie und Toleranz. Doch laut Recherchen des NDR sieht die Realität ganz anders aus. Auf einer Pilgerreise nach Mekka soll ein Teilnehmer ein Foto von Erdogan mit einer Kriegsparole beschriftet haben. "Mein Führer, gib uns den Befehl und wir zerschlagen Deutschland", heißt es dort. Laut Kocaman sind das Jugendliche, die emotional reagieren.

Lesen Sie auch: Muslimbrüder gewinnen in Sachsen an Einfluss.

Spitzel-Verdacht! Spionieren Ditib-Imame für die Türkei?

Ditib-Imame stehen im Verdacht, Informationen über mutmaßliche Gülen-Anhänger gesammelt und in die Türkei übermittelt zu haben. Ankara macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Die türkische Religionsbehörde Diyanet, die dem Amt des Ministerpräsidenten untersteht, entsendet Imame an die Ditib-Moscheen in Deutschland.

Diyanet-Chef Mehmet Görmez hatte eingeräumt, dass sechs inzwischen aus Deutschland abgezogene Imame Informationen über mutmaßliche Anhänger der Gülen-Bewegung inDeutschland weitergeleitet hatten. Er betonte jedoch: "Es gibt keine Spionagetätigkeit." Wegen der Spitzel-Vorwürfe hatten Ermittler vergangene Woche die Wohnungen von vier Imamen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsucht.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/gea/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser