27.01.2017, 11.39 Uhr

Zu hoher Bleigehalt: EU verbietet Buntstifte und Wasserfarben

Eine neue EU-Verordnung regelt den Bleigehalt in Spielmaterialien für Kinder neu: Künftig sollen Produkte aus dem Verkehr gezogen werden, die einen bestimmten verschärften Grenzwert überschreiten. Die Begründung der Experten lässt Eltern vermutlich jedoch schäumen und Kinder verzweifeln.

Eine neue EU-Verordnung könnte Eltern auch hierzulande zur Verzweifelung treiben. Bild: Holger Hollemann/dpa

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die EU eine neue Verordnung auf den Weg gebracht, die die Grenzwerte für Blei in Kinderspielzeug drastisch verschärft. Die Folge: Zahlreiche Buntstifte, Wachsmalstifte, Kreiden und Wasserfarben dürfen nun innerhalb der EU nicht mehr verkauft werden. Darüber berichtet die "Bild" am Freitag (27.01.2017) online.

Neue EU-Verordnung: Grenzwerte für Blei wurden drastisch verschärft

Auf Grundlage der neuen Verordnung sollen Spielmaterialien wie Stifte jetzt nur noch maximal 2 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten. Bislang lag der Maximalwert bei 13,5 mg. Noch strenger fällt die Regelung für Wasserfarben aus: 0,5 mg sind hier nun die Obergrenze. Ab sofort dürfen zahlreiche Produkte nicht mehr verkauft werden. Dies gilt auch für Sets: Weist auch nur ein enthaltener Stift einen zu hohen Bleigehalt auf, soll das gesamte Set aus dem Verkehr gezogen werden.

Absurde Annahme: Wieviele Bunstifte isst ein Kind pro Jahr?

Die verantwortlichen EU-Experten zogen für ihre Berechnungen laut "Bild" angeblich eine abstruse Annahme heran: Und zwar die, dass ein Kind täglich 100 mg des kritischen Spielzeugmaterials esse. Umgerechnet ergibt dies eine Annahme von 18 verspeisten Stifte pro Jahr. Der Abgeordnete Markus Ferber, der für die CSU in Brüssel sitzt, sagte der "Bild": "Es wäre besser, die großen Probleme anzupacken, statt Kinder in ihrer Kreativität zu einzuschränken."

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lid/jat/news.de

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