Bernward Eberenz: Türkischlehrer, schwul - und trotzdem in der AfD?

Eigentlich wirkt er wie der Gegenentwurf des klassischen AfD-Politikers: Grundsätzlich ausländerfreundlich und offen homosexuell. Dennoch zieht Bernward Eberenz für die Alternative für Deutschland in den Wahlkampf.

Die Alternative für Deutschland schickt in Berlin einen schwulen Kandidaten in den Wahlkampf. Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Er spricht mehrere Fremdsprachen, nennt sich selbst Künstler und ist homosexuell. Dennoch ist Bernward Eberenz in der deutschland/1/">Alternative für Deutschland, obwohl die Partei seinen Werten eigentlich widerspricht. Darum ist er trotzdem in der AfD.

Die aufgeklärte Jugend des Leo Ben Schröder

Eigentlich stammt Bernward Eberenz aus einem behüteten Elternhaus. Geboren in Frankfurt am Main ging seine Mutter, eine überzeugte Kommunistin, für drei Jahre in die DDR, berichtet die "Berliner Zeitung". Zurück im Westen besuchte er einen katholischen Kindergarten und studierte Musik, Geschichte und Philosophie. Da ihm sein germanischer Name nicht mehr passte, nannte er sich fortan "Leo Ben Schröder" und schrieb Gedichte, hielt Vorträge im Bereich Philosophie und Esoterik und begann zu Zeichnen.

AfD-Politiker Bernward Eberenz lebte in Homo-Ehe mit Türken

Später entdeckte Eberenz seine Homosexualität. Nachdem er an der FU Berlin Türkisch lernte, reiste er nach Istanbul und verliebte sich dort in einen Einheimischen. Es folgte eine große Hochzeit in Deutschland, unter anderem organisiert von den "Grünen", die damit die Einführung der Homo-Ehe feierte. Zudem arbeitete er als Sprachlehrer für Türken und organisierte sich in einem Verein. Doch als sein Partner fremd ging und die Beziehung zerfiel, brach für ihn eine Welt zusammen.

Verfehlte Flüchtlingspolitik: Bernward Eberenz gibt Islamkritiker für die AfD

Mittlerweile hat Eberenz mit seinem alten Leben abgeschlossen und will für die AfD in Berlin zur Wahl antreten. Die Homoehe hält er heute für einen kompletten Fehlschlag. Im Gespräch mit der "Berliner Zeitung" begründet er seinen Eintritt damit, dass er mit der Politik der Regierung im Rahmen der Flüchtlingskrise unzufrieden sei. Auch der "kulturelle Auflösungsprozess" und die gestiegene Gewalt hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Bis auf die FDP hätten ihn andere Parteien aufgrund seiner Meinung zu Ausländern abgelehnt. Nun hofft er, in der Alternative für Deutschland durchzustarten.

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FOTOS: Alternative für Deutschland Der AfD-Aufstieg in Bildern

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jat/saw/news.de

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