23.01.2017, 11.26 Uhr

Rentendebatte in Deutschland: Rentenversicherung warnt: Mehr Rente hilft NICHT gegen Altersarmut

Ein höheres Rentenniveau soll sicherstellen, dass weniger Senioren in Deutschland von Altersarmut bedroht sind. Doch die Deutsche Rentenversicherung warnt, dass diese Rechnung nicht aufgehen könnte - eine Studie untermauert den Warnruf der Behörde.

In der Debatte um die Bekämpfung von Altersarmut hat die Rentenversicherung vor falschen Strategien gewarnt. (Symbolbild) Bild: Karl-Josef Hildenbrand / picture alliance / dpa

In der Debatte um die Bekämpfung von Altersarmut hat die Rentenversicherung vor falschen Strategien gewarnt. Selbst eine ganz erhebliche Erhöhung des gesetzlichen Rentenniveaus würde bei zwei Dritteln der heute von Altersarmut Betroffenen nicht dazu führen, dass sie auf ein Einkommen oberhalb des Grundsicherungsanspruchs kämen, heißt es in einem Schreiben der Deutschen Rentenversicherung Bund an den Bundestag, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) vorliegt.

Aktuelle Studie: Wer bekommt wie viel Rente?

Die Behörde, die für rund 30 Millionen Versicherte und Rentner zuständig ist, beruft sich dem Bericht zufolge auf eine von ihr geförderte, aktuelle Studie: Danach bezögen rund 24 Prozent der heutigen Empfänger von Grundsicherung im Alter überhaupt keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung. Weitere 40 Prozent der Betroffenen erhielten eine gesetzliche Rente von weniger als 400 Euro.

Lesen Sie auch: Koalition einigt sich auf Schritte zur Renteneinheit.

Altersarmut trotz höherem Rentenniveau: Wo liegen die Ursachen?

"Es ist inzwischen wohl unstrittig, dass Altersarmut häufig auf konkret benennbare Ursachen zurückzuführen ist und es zu ihrer Bekämpfung gezielter, an diesen Ursachen orientierter Ansätze bedarf", zitieren die Zeitungen aus der Stellungnahme. Ein höheres Rentenniveau löse die Probleme von spezifischen Gruppen mit erhöhtem Altersarmutsrisiko dagegen nicht.

Renten-Streit: Nahles fordert "Haltelinien" zur Stabilisierung des Rentenniveaus

Die Deutsche Rentenversicherung schließt sich zudem dem Konzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an, die in ihrem jüngst vorgelegten Gesamtkonzept zum Thema Rente "Haltelinien" bis zum Jahr 2045 gefordert hat. Derartige Maßnahmen seien der Behörde zufolge "unabdingbar". Die von Nahles geforderten Sicherungen sollen demnach verhindern, dass das Rentenniveau zu stark absackt und dass der Beitragssatz zu rapide ansteigt.

Ebenfalls lesenswert: Ex-Chef Winterkorn erhält 3.100 Euro VW-Rente - TÄGLICH!

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser