Nach Holocaust-Rede von Björn Höcke: SPD-Politiker Oppermann schimpft: "Höcke ist ein Nazi"

Mit seiner Rede zum Umgang der Deutschen mit dem Holocaust-Gedenken hat der AfD-Politiker Björn Höcke viele entsetzt. Ein Parteifreund sagt: Der Geschichtslehrer sei kein Antisemit. Andere hingegen betrachten die AfD als "Schande mit Parteistatut".

AfD-Vorsitzender Björn Höcke muss sich scharfe Kritik auch aus den eigenen Reihen gefallen lassen. Bild: Martin Schutt/dpa

Die massive Kritik am Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke wegen seiner Äußerungen zum Holocaust-Gedenken der Deutschen und ihrer Vergangenheits-Aufarbeitung hält an. "Höcke ist ein Nazi", sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er sei entlarvt als "rechtsextremer, völkischer Demagoge, der weder ein historisches noch ein humanes Verständnis" habe.

So rechtfertigt sich Björn Höcke

Höcke hatte offensichtlich mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin während einer Veranstaltung in Dresden gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Höcke wies später "bösartige und bewusst verleumdende Interpretationen" seiner Rede zurück. Er habe "den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet".

Zentralrat der Juden ist schockiert

Der AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen erklärte auf Anfrage der "Bild", es gebe "Anlass zu Tadel dieser Rede, nicht jedoch zu weitergehenden Maßnahmen". Höcke sei kein Antisemit, betonte der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg. Nach Meinung des Zentralrats der Juden in Deutschland hingegen hat die AfD mit "mit diesen antisemitischen und in höchstem Maße menschenfeindlichen Worten ihr wahres Gesicht" gezeigt.

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Politiker fordern: Verfassungsschutz soll AfD beobachten

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka fordern eine strenge Beobachtung der AfD und einzelner Köpfe der Partei durch den Verfassungsschutz. Sollte Handlungsbedarf hinsichtlich eines nationalistischen Gedankenguts bestehen, müssen man umgehend reagieren. Stobl sagte weiter: "Die AfD ist eine Schande mit Parteistatut." Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter sagte den "Ruhr-Nachrichten": Wer so oft provoziert wie Höcke, meint es auch so. Er entpuppt sich immer mehr als echter Rechtsradikaler."

FOTOS: Alternative für Deutschland Der AfD-Aufstieg in Bildern

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koj/zij/news.de/dpa

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