08.01.2017, 14.12 Uhr

Sexualassistenz: Grüne fordern Sex frei Haus für Pflegebedürftige

Weil sich viele Männer und Frauen mit Behinderung nach sexueller Zuneigung sehnen, ihnen diese aber verwehrt bleibt, fordert eine Grünen-Politikerin nun Sex auf Rezept. Wie das funktionieren soll...

Kommen Pflegebedürftige bald in den Genuss bezahlter sexueller Dienstleistungen? (Symbolbild) Bild: VRD - Fotolia.com

Pflegebedürftige und Behinderte sollen nach den Vorstellungen einer Grünen-Abgeordneten in Zukunft Sex mit Prostituierten bezahlt bekommen. "Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar", sagte die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, der "Welt am Sonntag". Die Kommunen könnten "über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren".

Sexualassistenz für Pflegebedürftige nach dem Vorbild der Niederlande

Vorbild wären die Niederlande: Dort gebe es bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich als Pflegebedürftiger die Dienste sogenannter Sexualassistentinnen - zertifizierter Prostituierter - bezahlen zu lassen. Die Voraussetzungen hierfür seien jedoch streng: Die auf staatliche Unterstützung angewiesenen Betroffenen müssten per ärztlichem Attest nachweisen, sich nicht auf andere Weise befriedigen zu können.

In Deutschland wirbt die Beratungsstelle Pro Familia seit Jahren dafür, zu klären, ob sich Ansprüche einzelner auf Finanzierung der Sexualassistenz durch die Krankenkassen, die Sozialhilfe- oder andere staatliche Leistungsträger ableiten lassen. Nach Einschätzung von Experten wünschen sich viele Männer und Frauen mit Behinderungen sexuelle Dienstleistungen.

Andere Länder, andere Sitten
Käuflicher Sex
zurück Weiter

1 von 20

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

zij/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser