Von news.de-Redakteurin Anne Geyer - 30.11.2016, 13.48 Uhr

"Charlie Hebdo" auf Deutsch - und mit Angela Merkel: Ab sofort in Deutschland! Wird das Satire-Magazin in Deutschland überleben?

"Charlie Hebdo" wagt den Schritt nach Deutschland und veröffentlicht in der Bundesrepublik am 1. Dezember die erste deutsche Ausgabe. Wird es das Satire-Magazin hierzulande schaffen?

Angela Merkel auf dem Cover der ersten "Charlie Hebdo"-Ausgabe auf Deutsch. Bild: dpa

Das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" steht für vieles: Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Satirefreiheit - und den Terror gegen diese Grundfesten der westlichen Gesellschaft. Nachdem das Blatt nach dem Terroranschlag am 7. Januar 2015 aufgrund einer veröffentlichten Mohammed-Karikatur großen Zuspruch erfuhr, geriet es auch in die Kritik. So zum Beispiel, als "Charlie Hebdo" eine Karikatur eines ertrunkenen Flüchtlingsjungen zeigte und daneben ein McDonalds-Werbeplakat abbildete mit der Überschrift "So nah am Ziel". Menschenverachtend, sei diese Karikatur. Der Vorfall warf erneut die Frage auf, was Satire darf. Wo ihre Grenzen liegen - und warum sie immer wieder auf fatale Weise missverstanden werden kann.

Ab 1. Dezember 2016 erscheint "Charlie Hebdo" auch auf Deutsch - natürlich geht es um Angela Merkel

Ab Donnerstag, den 1. Dezember, erscheint die Satire-Zeitschrift das erste Mal auch in Deutschland - auf Deutsch. 200.000 Exemplare sollen gedruckt werden. Das Heft soll 16 Seiten umfassen. Und die erste deutsche Ausgabe knüpft sich gleich die Bundeskanzlerin vor. Auf einem Plakat zeigt "Charlie Hebdo" vorab Angela Merkel auf einem Klo sitzend. Sie liest eine Zeitung ("Charlie Hebdo"). Auf dem Titelblatt steht die Frage: "Kann sie Deutschland und Frankreich regieren?"

Laurent Sourisseau: Veröffentlichung von "Charlie Hebdo" in Deutschland ist ein Experiment

Ein Wagnis, "Charlie Hebdo" auch in Deutschland zu verlegen, ist es allemal. Das glaubt auch "Charlie Hebdo"-Chef Laurent "Riss" Sourisseau. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er: "Für uns ist das ein Experiment." Und: "Ich will den Deutschen zeigen, dass auch sie 'Charlie Hebdo' verstehen und darüber lachen können." Tatsächlich stoßen die Zeichnungen in Deutschland bei vielen auf Ablehnung. Die Motive des Blattes werden oft kritisch hinterfragt, "Charlie Hebdo" polarisiert. Es scheint nur einen Pro- oder Kontra-Standpunkt zugeben.

Zukunft von "Charlie Hebdo" in Deutschland allerdings ungewiss

Wie sich das Satire-Magazin in Deutschland schlagen wird, ist schwer vorhersehbar. Zu Beginn ist sicherlich mit einem Hype zu rechnen. Ob sich die Karikatur aber auch in ein oder zwei Jahren noch gut verkaufen wird, bleibt abzuwarten. Spannend dürfte auf jeden Fall werden, welche Karikaturen uns im Bundestagswahlkampf 2017 von den "Charlie Hebdo"-Titelblättern entgegen blicken. Ein Wiedersehen mit Angela Merkel gibt es ganz bestimmt.

FOTOS: Karikaturen aus aller Welt Die Solidarität mit Charlie Hebdo in Bildern
zurück Weiter Karikaturisten auf der ganzen Welt solidarisieren sich mit den Opfern von Charlie Hebdo. (Foto) Foto: ©harm / toonpool.com Kamera

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gea/lid/news.de

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