Umfrage zu Einstellungen: DAS denken Deutsche wirklich über den Islam, Eliten und Flüchtlinge

Eine neue Studie sieht einen Riss in der deutschen Gesellschaft: Noch immer spricht sich eine Mehrheit für Weltoffenheit aus. Doch bei mehr als einem Viertel verfestigt sich eine Abwehrhaltung, die mit sogenannten "neurechten" Einstellungen einhergeht. DAS denken die Deutschen wirklich über den Islam, die Flüchtlingskrise und die Politik in ihrem Land.

Das Ergebnis einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu den Einstellungen der Deutschen zeigt ein tief gespaltenes Land. (Hier Teilnehmer des Pegida-Bündnisses am 3. Oktober in Dresden). Bild: Sebastian Willnow/dpa

Gut 40 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass Deutschland durch den Islam unterwandert wird. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ergeben. Zugleich stimmten 28 Prozent der Aussage zu: "In Deutschland kann man nicht mehr frei seine Meinung äußern, ohne Ärger zu bekommen", wie die Stiftung am Montag (21.11.2016) in Berlin mitteilte.

Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung: Neurechte Einstellungen auf dem Vormarsch

Ebenfalls 28 Prozent bejahten den Satz "Die regierenden Parteien betrügen das Volk". 35 Prozent meinen, der Staat kümmere sich mehr um Flüchtlinge als um hilfsbedürftige Deutsche. "Klassische rechtsextreme Einstellungen werden zunehmend durch die modernisierte Variante neurechter Einstellungen abgelöst", fassten die Autoren die Entwicklung zusammen. Dieses "neurechte" Gedankengut transportiere nationalistisch-völkische Ideologien "in subtilerer Form und im intellektuelleren Gewand".

Das Thema "Flüchtlinge" steht für die Gespaltenheit der Gesellschaft

Die Grünen-Bundestagsangeordnete Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, forderte in einer Reaktion "eine offensive und eindeutige Distanzierung von rechtspopulistischen, neurechten Diskursen" in der Gesellschaft. Das Thema Flüchtlinge stehe exemplarisch für die "Gespaltenheit der Gesellschaft in eine Mehrheit, die Weltoffenheit, Toleranz und Gleichwertigkeit will, und jene nicht ganz kleine und laute Minderheit, die Abschottung, nationale Rückbesinnung und Ungleichwertigkeit fordert", heißt es in der FES-Studie.

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