Von news.de-Redakteurin Anne Geyer - 04.11.2016, 13.35 Uhr

Hillary Clinton: Zwischen FBI-Erpressung und Assanges Wikileaks-Enthüllungen

Der US-Wahlkampf wird sich am 08.11.2016 zwischen Donald Trump und Hillary Clinton entscheiden. Und Trump hat einen mächtigen Verbündeten: Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Hillary Clinton unter Beschuss: Wikileaks-Enthüllungen und FBI-Erpressung. Bild: dpa

Das amerikanische Boulevardblatt "Enquirer" erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Um die Korruptionsuntersuchungen gegen sich und ihren Ehemann Bill Clinton zu verhindern, soll sie einen FBI-Ermittler erpresst haben. Ob da wirklich etwas dran ist, sei dahingestellt. Schließlich sind im US-Wahlkampf beinahe alle Mittel erlaubt, um politische Gegner zu diffamieren. Was jedoch viel brisanter scheint, sind die E-Mails von Clinton, die von Wikileaks veröffentlicht wurden. Doch wie sind diese wirklich zu bewerten?

Wikileaks erschwert Hillary Clinton den Wahlkampf

Am vergangenen Montag (1. November 2016), veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks erneut brisanten E-Mail-Verkehr zwischen Clinton und ihrem Wahlkampfchef John Podesta. Darin wird Clinton eine Frage verraten, die später in einer Debatte gegen Bernie Sanders gestellt wurde. Vor einigen Wochen war schon einmal eine Mail aus der Korrespondenz zwischen Clinton und Podesta aufgetaucht - mit einem ganz ähnlichen Inhalt.

Assange spielt mit Enthüllungen Trump in die Hände

Assange beziehungsweise die Wikileaks-Enthüller scheinen nicht gerade gut auf Clinton zu sprechen zu sein. Tatsächlich wird fleißig Material veröffentlicht, das Clinton in die Bredouille bringt. Tatsächlich macht Assange auf allen Kanälen Stimmung gegen Clinton und ihre Politik, ob auf der offiziellen Wikileaks-Seite, in Interviews oder sozialen Netzwerken. Der Preis für die Verhinderung ihrer US-Präsidentschaft ist allerdings groß - denn dann hieße der Präsident Donald Trump! Ein Szenario, dass vielen Menschen, nicht nur in Amerika, einen Schauder über den Rücken jagen dürfte.

Julian Assange: US-Wahlkampf zwischen Cholera und Tripper

Assange scheint mit den Enthüllungen zumindest Teilsiege für Trump zu gewinnen. Denn der Milliardär konnte nach neuesten Umfragen - und nach den E-Mail-Enthüllungen um Konkurrentin Hillary Clinton, einige Wählerstimmen hinzugewinnen - und liegt jetzt nur noch 2,5 Prozentpunkte in den Umfragen hinter ihr. Assange mag es recht sein. Er steht schon seit Jahren der Politik von Clinton äußerst kritisch gegenüber. Womit er sicherlich nicht gänzlich Unrecht haben dürfte. Und ein bisschen zeigt die Situation auch das Dilemma des US-Wahlkampfes 2016 im generellen: Es ist eine Wahl zwischen Regen und Traufe. Oder wie Julian Assange es sagte: Es ist eine Wahl zwischen Cholera und Tripper.

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gea/bua/news.de

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