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Sprengstoff-Fund in Sachsen: Terroralarm in Chemnitz - Syrer soll Bombenanschlag vorbereitet haben

Schwerbewaffnete Polizisten stürmen eine Wohnung in Chemnitz. Sie ist leer, der Verdächtige auf der Flucht. Der Syrer, mutmaßlich ein Islamist, soll einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier.

Polizeibeamte vor Ort in Chemnitz. Bild: dpa

Terroralarm in Sachsen: Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines geplanten Bombenanschlags hat die Polizei mehrere Hundert Gramm Sprengstoff gefunden. Ein Verdächtiger, ein 22-jähriger Syrer, war am Samstag auf der Flucht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts berichtete. Drei mögliche Kontaktmänner wurden festgenommen. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass es einen Zusammenhang mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" gebe.

Terroralarm in Chemnitz - Polizei fahndet nach flüchtigem Syrer

Das Landeskriminalamt schrieb den 22-jährigen Syrer Dschaber al-Bakr bundesweit zur Fahndung aus. Der Mann sei mit einem schwarzen Kapuzenpullover mit auffälligem Druck bekleidet, hieß es darin. Hinweise zu seinem Aufenthaltsort nimmt das LKA Sachsen unter der Telefonnummer 0351/8554114 entgegen.

Die sächsische Polizei sucht nach dem syrischen Terrorverdächtigen Jaber Albakr. Bild: Polizei Sachsen

Zuvor hatte die Polizei in Chemnitz stundenlang mit einem Großaufgebot ein Wohngebiet durchsucht. Das Plattenbauviertel, das Fritz-Heckert-Wohngebiet im Südwesten, wurde abgesperrt und teilweise geräumt. Die Polizei stürmte dabei auch eine Wohnung, ohne jedoch den gesuchten Verdächtigen zu fassen. In der Wohnung wurde der Sprengstoff sichergestellt.

Weitere Evakuierungen in Chemnitz - Sprengstoff wird vernichtet

Experten prüften am Nachmittag den Sprengstoff und seine Wirkung. Entsprechend groß sollte der Radius weiterer Evakuierungen gezogen werden. Das Material sollte ins Freie gebracht und entschärft werden. Weitere Bewohner der abgeriegelten Siedlung sind in Sicherheit gebracht worden. Nach dem Fund hochbrisanten Sprengstoffs in den Räumen eines verdächtigen Syrers wurden weitere sechs Wohnungen evakuiert, wie Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), sagte. Seit dem Morgen hatten bereits rund 80 Menschen ihr Zuhause verlassen müssen. Die meisten kamen bei Freunden und Verwandten unter, einige auch im Hotel.

Beamte hoben am Abend mehrere Löcher an dem Haus aus, in denen der Sprengstoff kontrolliert vernichtet werden sollte. Dabei handelt es sich laut LKA um ein Gemisch verschiedener Substanzen, gefährlicher als der bekannte TNT.

"Wir wollen ihn so schnell wie möglich finden."

Am Nachmittag nahm die Polizei zudem drei Verdächtige fest. Laut LKA sind die Männer Kontaktpersonen und Landsleute des Hauptverdächtigen. Ob sie im Zusammenhang mit dem geplanten Anschlag stehen, werde geprüft. Die Männer wurden am Nachmittag vernommen.

LKA-Sprecher Tom Bernhardt sagte über den flüchtigen Syrer: "Wir wollen ihn so schnell wie möglich finden." Noch sei unklar, ob er als Flüchtling nach Deutschland gekommen sei. Beim Verfassungsschutz hätten "Erkenntnisse" zu ihm vorgelegen.

Wegen Chemnitz: Berlins Polizei ruft zusätzliche Kräfte in den Dienst

Nach der Flucht eines Terrorverdächtigen aus Chemnitz hat die Berliner Polizei ihre Kräfte in der Hauptstadt verstärkt. An den Bahnhöfen seien Beamte aus den Hundertschaften im Einsatz, sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel am Samstagabend. Auch die Kollegen in den einzelnen Abschnitten seien mit dem Fahndungsbild des 22-jährigen Syrers unterwegs. Der Mann wird bundesweit gesucht, weil er einen Bombenanschlag vorbereitet haben soll. "Wir sind maximal sensibilisiert", sagte Wenzel. Ein Fokus der Polizei liege auf dem Flughafen Tegel. Auch am zweiten Flughafen der Hauptstadt in Schönefeld wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

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