Teure Flüchtlingspolitik: Droht den Deutschen der soziale Abstieg?

Auch bei Maybrit Illner stand die Flüchtlingspolitik im Fokus der Diskussion. Die Deutschen haben Angst vor einem sozialen Abstieg. Dabei läuft die Konjunktur gut, die Arbeitslosenzahlen sinken und das Einkommen steigt. Ist die Panik also vollkommen unbegründet? Laut eines Experten nicht.

Die Deutschen haben Angst vor einem sozialen Abstieg. Bild: dpa

"Abstiegsangst im reichen Land. Warum wächst die Wut?", fragte Maybrit Illner gestern Abend (29.09.2016) in ihrer Talkrunde und diskutierte dazu mit Malu Dreyer von der SPD, CDU-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus, Ghetto-Pfarrer Franz Meurer, Ökonom Clemens Fuest, Ulrich Schneider, Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, und Journalist Thomas Fricke.

CDU-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus frustriert über Gejammer der Deutschen

CDU-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus machte seinem Frust über das Gejammer der Deutschen ordentlich Luft: "Ich finde es schlimm, dass wir uns hier im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vier Mal die Woche damit beschäftigen, was alles schlimm in Deutschland ist, und überhaupt nicht das wertschätzen, was wir haben!" und weiter "Vier Mal die Woche treffen sich Leute und bejammern, was in diesem Land alles schief läuft, und es läuft eine Menge schief. Aber verdammt noch mal, es laufen auch eine Menge Dinge gut!"

Wird uns die Flüchtlingspolitik auffressen?

Recht mag er haben, doch die Sorgen, Deutschland könne die Flüchtlingspolitik nicht in dem Maße stämmen, wie es das möchte, bleibt bestehen. Rund 20 Milliarden Euro kosten uns die Flüchtlinge laut "Focus Online" derzeit. "Im Moment können wir uns das leisten", so Wirtschaftsforscher Fuest, "aber irgendwann wird uns das einholen." Ist dieser Punkt erreicht, so wird sich zeigen müssen, wie gut sich die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren lassen.

AOK fordert Bundeszuschuss für Beiträge

Auch Malu Dreyer fordert eine größere Beteiligung des Bundes an den Kosten der Flüchtlingspolitik. "Es kann nicht sein, dass die Mehrkosten durch Flüchtlinge am Ende die Beitragszahler zahlen", erklärt sie in der Talkshow, aufbauend auf der Forderung der AOK nach einem höheren Bundeszuschuss.

Eine vermeintliche Lösung für die Sorgen der Bürger hat Pfarrer Franz Meurer im Gepäck: "Die Nichtwähler muss man richtig lieb haben und in sozialversicherungspflichtige Arbeit bringen." Dem Stimmt auch Brinkhaus zu: "Der beste Weg gegen Armut ist, dass die Leute gut bezahlte Arbeit haben." Tja, wenn es doch nur so einfach wäre.

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fka/lid/news.de

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