Hartz-IV-Erhöhung 2017: Sozialverbände fordern: Mehr Hartz IV für Alkohol und Zigaretten!

Ein paar Euro mehr sollen Hartz-IV-Bezieher vom nächsten Jahr an bekommen. Nicht üppig - aber genug, findet die Regierung. Kritiker sagen hingegen: Hier wurde zu viel gespart. Vor allem für Freizeitvergnügungen sollte es mehr Geld geben.

Ab 2017 gibt es eine Erhöhung der Regelsätze von Hartz IV. Bild: dpa

Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze als viel zu gering kritisiert. "Das ist ein Hohn", sagte Präsident Peter Neher am Mittwoch in Fulda der Deutschen Presse-Agentur. Allein wenn die Ausgaben nur für Strom nach dem tatsächlichen Bedarf berechnet würden, ergäbe sich für Alleinstehende eine Erhöhung des Regelbedarfs um etwa zehn Euro, erklärt er. Die Beträge seien insgesamt zu niedrig.

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Peter Neher forderte: "Der Regelbedarf für Alleinstehende müsste um rund 60 Euro pro Monat erhöht werden." Auch bei einer entsprechenden Anhebung wäre das Budget der Empfänger von Hartz IV und Grundsicherung im Alter weiterhin knapp. "Aber die Erhöhung würde ihnen ein wenig mehr Spielraum in ihrem Alltag verschaffen und den Stress mildern, der aus materiellem Mangel folgt."

Mehr Hartz IV für Tabak und Spirituosen

Auch für Tabak und Alkohol sollte es mehr Stütze geben, fordern vor allem Sozialverbände, heißt es auf "bild.de". Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordere ganze 17 Euro mehr, außerdem 24 Euro zusätzlich für Gaststättenbesuche.

"Natürlich ist es wichtig, dass Hartz-IV-Empfänger die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben! Insofern ist die Kritik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nachzuvollziehen.", wird Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf "bild.de" zitiert. Auch Linken-Parteichefin Katja Kipping, Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) und Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) sollen dem zugestimmt haben.

Erhöhung der Regelsätze von Hartz IV ab 2017

Das Bundeskabinett in Berlin beschloss am Mittwoch eine Anhebung des monatlichen Regelsatzes für Alleinstehende von 404 auf 409 Euro, für Paare von 364 auf 368 Euro pro Partner. Neben dem Caritasverband bemängelten weitere Sozialverbände die geringe Aufstockung. Kritisiert werden die Berechnungsmethoden.

Neher war am Mittwoch bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Gast. Die katholischen Oberhirten beschäftigten sich bei ihrem Studientag mit dem Thema Armut in der Gesellschaft.

Mehr zum Thema: Jeder vierte Hartz-IV-Empfänger ist Ausländer

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