15.09.2016, 09.09 Uhr

Bedrohung durch den IS: Geheimdokument warnt vor hoher Terrorgefahr in Deutschland

Deutschland steht weiterhin im Visier des islamistischen Terrorismus. Das geht aus einem Geheimdokument der Bundesregierung hervor. Darin wird unter anderem von konkreten Zielen berichtet. So groß ist die Gefahr wirklich.

Bei Razzien in Flüchtlingsunterkünften in Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurden drei Syrer wegen Terrorverdachts festgenommen. Bild: Daniel Reinhardt/dpa

Nach den Razzien in mehreren Flüchtlingsunterkünften in Deutschland ist laut einem Bericht der "Bild" ein geheimes Dokument der Bundesregierung vom Juni 2016 aufgetaucht, in dem eine Einschätzung der Terrorgefahr in Deutschland vorgenommen wird. Demnach sei die Gefahr von Anschlägen durch Islamisten weitaus größer als bislang angenommen.

Terror-Gefahr: Anschläge im Stil von Paris wahrscheinlich

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es in Deutschland eine konkrete Gefahr durch Attentäter gibt, die sich "unkonventionellen" Tat-Methoden und Waffen bedienen würde, berichtet die "Bild". Beispiele dafür seien der Anschlag in Nizza, der mit einem LKW durchgeführt wurde oder die Axt-Attacke von Würzburg. Anschläge könnten sich gegen staatliche und zivile Einrichtungen sowie gegen Staatsbedienstete und andere "konkrete Zielpersonen" richten. Möglich sei außerdem, dass sich Attentäter an den Anschlägen von Paris orientieren könnten und mehrere Anschläge innerhalb weniger Tage durchführen könnten.

Anschläge auf Bahn- und Flugverkehr möglich

Besonders die Infrastruktur steht laut Einschätzung der Bundesregierung im Visier der Terroristen. Bahnhöfe und Flughäfen seien besonders bedroht, da hier eine hohe Anzahl von Opfern und eine große mediale Wirkung erzielt werden könnte. Auch unter psychologischen Aspekten könnten solche Taten eine stark einschüchternde Wirkung auf den Menschen haben. Während es durch die hohen Beförderungszahlen im Bahnverkehr fasst unmöglich sei, jeden Fahrgast zu kontrollieren um mögliche Anschläge zu verhindern, würden besonders Attacken auf Flughäfen eine weitere Gefahr darstellen. Wie bei den Anschlägen vom 11. September 2001 könnten Verkehrsmaschinen auch als Waffe eingesetzt werden.

Hohe Gefahr durch frustrierte Einzeltäter und Rückkehrer

Ein weiteres Gefahrenpotential stellen laut dem Bericht der Bundesregierung Rückkehrer dar, die zum Beispiel in Syrien durch den IS ausgebildet wurden. Sie seien einerseits ideologisch gefestigt und andererseits im Umgang mit Waffen geübt. Ihr Gefährdungspotential könne nur schwer eingeschätzt werden. Doch auch von in Deutschland lebenden Islamisten drohe Gefahr: Viele frustrierte Einzeltäter könnten ihren "Beteiligungswunsch am Jihad nunmehr im Inland umsetzen", falls man ihnen die Ausreise in den Irak oder Syrien verweigert.

Keine konkreten Hinweise auf Anschläge

Generell gäbe es laut Einschätzung der Bundesregierung zurzeit keine konkreten Anschlagsziele. Daher müssten die Behörden besonders auf der Hut sein und jederzeit mit möglichen Terror-Angriffen im öffentlichen Raum rechnen. Dank der guten Ausrüstung der Polizei und anderer Spezialeinheiten sei Deutschland jedoch für mögliche Anschläge gerüstet.

Lesen Sie auch: Für den Ernstfall – Krankenwagen künftig mit Militärausrüstung ausgestattet.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jat/lvo/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser