Krim-Konflikt kocht wieder hoch: Ukraine und Russland fordern sich zur Deeskalation auf

Russland macht der Ukraine schwere Vorwürfe, die Ukraine erwidert sie. Wahrheitsgehalt und Zweck der Beschuldigungen sind strittig. Außenminister Steinmeier will nun selbst nach Russland reisen.

Besuch bei der Truppe: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auf einer Militärbasis im unruhigen Osten des Landes. Bild: Sergei Kozlov/dpa

Der Konflikt um die Krim spitzt sich weiter zu. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte am Donnerstag in New York, er hoffe, dass die Ukraine "klug genug" sei, um alles in ihrer Macht stehende für eine Entschärfung der Lage zu tun. "Lasst die Finger von Sabotage und Terrorismus - das ist mein guter Rat an meine ukrainischen Freunde."

Beunruhigende Entwicklungen auf der Krim

Der ukrainische UN-Botschafter Wolodymyr Jeltschenko verwies nach der Ratssitzung hinter verschlossenen Türen darauf, dass Russland rund 40.000 Soldaten auf der Krim, im Osten der Ukraine und an der Grenze zusammengezogen habe. "Diese Zahlen könnten schlechte Absichten widerspiegeln. Das ist das letzte, was wir wollen", sagte er.

Das Treffen des höchsten UN-Gremiums fand auf Bitten der Ukraine statt, die zuvor nach russischen Sabotagevorwürfen ihre Truppen an der Grenze zur Schwarzmeerhalbinsel Krim und im Osten des Landes in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt hatte. Die Ukraine ist derzeit nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, Russland ist Vetomacht.

Ukraine-Präsident Poroschenko bittet Angela Merkel und Hollande um Hilfe

Angesichts der wachsenden Spannungen sucht Kiew internationalen Beistand. Präsident Petro Poroschenko bat am Donnerstag um Telefonate mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und anderen Spitzenpolitikern. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will nach Angaben aus Kreisen seines Ministeriums diesen Montag nach Russland reisen.

Deutsches Engagement im Ukraine-Konflikt
Eine Chronologie
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