Recep Tayyip Erdogan: Türkischer Präsident wütet: "Deutschland ernährt Terroristen"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Großveranstaltung mit mehreren Millionen Teilnehmern erneut die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt.

Türkeis Präsident Erdogan, hier mit Ehefrau, hat vor einem Millionenpublikum die Einheit des Landes beschworen und Deutschland kritisiert. Bild: Sedat Suna/dpa

Kurz vor einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor einem Millionenpublikum die Einheit des Landes beschworen und Deutschland kritisiert.

Den deutschen Behörden warf er vor, "Terroristen zu ernähren" und stellte erneut die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht. "So eine Entscheidung vom Parlament würde ich ratifizieren", sagte er vor jubelnden Teilnehmern der Kundgebung gegen den Putschversuch in Istanbul. Die EU hat für einen solchen Fall das Ende der Beitrittsverhandlungen angekündigt.

Erdogan sieht sich nicht als Diktator

Vorwürfe, er strebe in Folge des Putschversuches in seinem Land nach Alleinherrschaft, wies Erdogan zurück. "Ich bin kein Despot oder Diktator", sagte er dem Sender Al-Dschasira nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Zugleich griff er erneut westliche Staaten an: "Der Westen hat uns nicht gezeigt, dass er gegen den Putsch ist. Ihr Schweigen ist unentschuldbar."

Am Dienstag trifft Erdogan den Kreml-Chef in St. Petersburg. Die Türkei hatte Ende November einen russischen Bomber im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen. Moskau verhängte daraufhin massive Sanktionen etwa im Tourismus gegen Ankara. Ende Juni hatte Erdogan dann in einem Brief sein Bedauern über den Zwischenfall bekräftigt. Bei dem Treffen will Erdogan mit seinem "Freund Wladimir" den bilateralen Streit nun endgültig beilegen, wie er der Nachrichtenagentur Tass sagte.

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